Mercedes beschleunigt autonomes fahren – level 2++ kommt 2026
Mercedes-Benz plant einen deutlichen Sprung in Richtung autonomes Fahren. Bis Ende 2026 sollen in einigen deutschen Städten die hochautomatisierten ‘Point-to-Point’-Systeme erstmals in Betrieb sein. Das Unternehmen setzt dabei auf Level 2++, eine neue Klasse der Fahrerassistenzsysteme.
Level 2++: überwachtes fahren, aber keine selbstständigkeit
Jörg Burzer, Entwicklungschef von Mercedes, kündigte diesen Schritt auf LinkedIn an. Es handelt sich hierbei um den ersten deutschen Hersteller, der überwachtes Fahren nach Level 2 anbietet. Das bedeutet: Der Fahrer kann die Hände vom Lenkrad nehmen, muss aber jederzeit bereit sein, einzugreifen. Die Verantwortung bleibt stets bei ihm – ein entscheidender Unterschied zu vollautonomem Fahren.
Die Technologie basiert auf einer Kombination aus Kameras, Lidar, Ultraschallsensoren, GPS und hochauflösenden Karten. Ziel ist es, Fahrer in komplexen Verkehrssituationen, wie beispielsweise an Ampeln oder im Stau, optimal zu unterstützen. Die Systeme sollen insbesondere die Routineaufgaben übernehmen, während der Fahrer die Entscheidungen trifft.

Zusammenarbeit mit behörden – tesla im wettbewerb
Für die Zulassung in Deutschland arbeitet Mercedes eng mit den zuständigen Behörden zusammen. Der Austausch mit dem Bundesverkehrsministerium und dem Kraftfahrzeugbundesamt ist dabei von zentraler Bedeutung. Konkurrenz ist Tesla, der in den Niederlanden und Litauen bereits eine ähnliche Technologie für sein ‘Full Self Driving’-System freigegeben bekommen hat. Die Entwicklung verläuft also parallel.
Allerdings ist es wichtig zu betonen: Mercedes bietet hier ein Fahrerassistenzsystem, kein vollautonomes System. Die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Sicherheitsstandards sind dabei entscheidend. Der Preis für das Level 2++-System ist derzeit noch nicht bekannt. Derzeit ist die Technologie bereits auf deutschen Autobahnen mit dem ‘Drive Pilot’ für die S-Klasse und den EQS in Level 3 verfügbar. BMW setzt auf den ‘Personal Pilot L3’ im 7er-Modell, allerdings nur bis 60 km/h.

Fazit: fortschritt, aber mit vorbehalt
Die Pläne von Mercedes zeigen, dass die Automobilindustrie weiterhin intensiv an der Entwicklung hochautomatisierter Fahrfunktionen arbeitet. Die Zulassung in Deutschland hängt jedoch weiterhin von der Zustimmung der Behörden ab. Die Zukunft des Fahrens wird sich langsam, aber sicher verändern – und Mercedes will dabei eine Schlüsselrolle spielen. Die Frage ist, ob die Technologie tatsächlich die versprochene Sicherheit und Zuverlässigkeit bieten kann.”n
