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Afd-spaltung: dorow zieht alle ämter zurück – kompromiss in schleswig-holstein

Berlin – Ein jähes Ende für Kevin Dorow. Der 27-jährige Jungpolitiker der afd hat alle seine Parteiamtsämter niedergelegt, nachdem die Parteispitze ein Verfahren zur Parteiausschluss wegen eines umstrittenen Zitats aus der Zeit der NS-Diktatur gegen ihn zurückgezogen hat. Ein überraschender Schritt, der die Fraktion in Schleswig-Holstein und die gesamte Partei erschüttert.

Kompromiss verhindert weiteren konflikt

Kompromiss verhindert weiteren konflikt

Die Entscheidung von Dorow, sowohl seine Position im Vorstand der afd-Jugendorganisation „Generation Deutschland“ (GD) als auch seine Rolle als Beisitzer im Vorstand der AfD Schleswig-Holstein aufzugeben, kam am Montag vom Bundesvorstand beschlossen. Damit ist er für zwei Jahre von jeglichen Parteiamt in der AfD ausgeschlossen. Die Rücknahme des Ausschlussverfahrens erfolgte auf Druck von GD-Chef Jean-Pascal Hohm, der die Maßnahme zuvor als überzogen empfand.

Das Problem: Bei seiner Wahl in den Vorstand der neu gegründeten „Generation Deutschland“ Ende 2023 hatte Dorow das Motto „Jugend muss durch Jugend geführt werden“ zitiert – ein Satz, der in der Vergangenheit von der Hitlerjugend verwendet wurde. Dies führte zu Kritik und dem Einleitung eines Ausschlussverfahrens Ende Februar.

Doch das Verfahren stieß auf Widerstand innerhalb der Partei. Vize-Schatzmeister Alexander Jungbluth enthielt sich bei der Abstimmung, und Parteivize Kay Gottschalk stimmte zunächst für den Ausschluss, zog seine Unterstützung dann aber zurück. Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die zersplitterte politische Landschaft der AfD und die Schwierigkeiten, eine einheitliche Linie zu finden.

„Ich begrüße die Entscheidung des Bundesvorstands, das Parteiausschlussverfahren zurückzuziehen“, erklärte Dorow in einer E-Mail an den Bundesvorstand. „Um diesen Kompromiss zu ermöglichen, die aktuelle Personaldiskussion zu befrieden und den Fokus wieder auf die politische Sacharbeit zu richten, bin ich von allen Ämtern in Partei und Jugendorganisation zurückgetreten.“

GD-Chef Jean-Pascal Hohm äußerte sich zufrieden mit dem Ergebnis. „Der nun gefundene Kompromiss zeigt, dass AfD und Generation Deutschland bereit sind, aufeinander zuzugehen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden.“ Dieses Bündnis ist jedoch fragil, und es bleibt abzuwarten, ob es die internen Spannungen in der AfD langfristig entschärfen kann.

Die Verwendung von Parolen oder Grußformen von NS-Organisationen ist nach Paragraph 86a des Strafgesetzbuches strafbar. Die Konsequenzen könnten Freiheitsstrafen oder Geldstrafen nach sich ziehen.

Die Personaldebatte innerhalb der AfD zeigt: Die Partei ringt um ihre Identität und versucht, sich von kontroversen Figuren und historischen Bezügen zu distanzieren – ein schwieriger Balanceakt.