Alaba: vom münchner idol zum real-schatten – was nun?
Madrid – David Alaba, einst gefeiert als das Kronjuwel des FC Bayern, scheint im Schatten seiner eigenen Karriere zu stehen. Der Wechsel zu Real Madrid 2021, der damals noch viele Fragen aufwarf, entpuppt sich nun für den Österreicher als eine unerwartete Zäsur. Während er in den ersten Jahren in Madrid Erfolge feierte, kämpft er seit seinem Kreuzbandriss im vergangenen Jahr mit einer Formkrise und ungewisser Zukunft.
Die narbe, die mehr als nur physikalische schmerzen verursacht
Der Kreuzbandriss im Jahr 2023 warf ihn zurück – ein ganzes Jahr verbrachte Alaba auf der Tribüne. Doch auch die anschließende Rückkehr war von Rückschlägen geprägt, Meniskusprobleme bremsten seinen Wiederaufbau. 398 Minuten Einsatzzeit in der laufenden Saison sprechen eine deutliche Sprache. Ein Einsatz gegen seinen Ex-Klub Bayern in der Champions League am Dienstag bleibt ihm einmal mehr die Ehre – er wird auf der Bank sitzen.
Die Dynamik im Fußball ist unerbittlich. Was vor wenigen Jahren noch als eine logische Weiterentwicklung galt, sieht heute nach einer möglichen Sackgasse aus. Alaba selbst scheint sich mit der Situation abgefunden zu haben. Seine Äußerungen zu „Servus-TV“ vor zwei Wochen zeigten eine bemerkenswerte Gelassenheit, fast schon Resignation: „Nicht mal das weiß ich.“ Ein Satz, der mehr aussagt als tausend Phrasen über Motivation und Ziele.

Kurzfristigkeit als lebensphilosophie – ein zeichen der zeit?
Alaba, der einst für seine langfristige Planung und seinen unerschütterlichen Glauben an seine Fähigkeiten bekannt war, hat seine Ziele mittlerweile auf das Hier und Jetzt reduziert. „Umso älter ich geworden bin, umso kurzfristiger setze ich meine Ziele“, so der 33-Jährige. Ein pragmatischer Ansatz, der vielleicht Ausdruck der unsicheren Zeiten ist, in denen die Karriere eines Fußballers so schnelllebig und unvorhersehbar sein kann. Die Entscheidung, keine langfristigen Verträge mehr abzuschließen, mag ebenso eine Folge der jüngsten Verletzungen sein – eine Art Schadensbegrenzung, um sich nicht zu viel vorzuschreiben.
Die Frage, was aus David Alaba wird, bleibt offen. Sein Vertrag läuft im Sommer aus, eine Verlängerung in Madrid erscheint unwahrscheinlich. Ob er in einer anderen Liga ein neues Kapitel aufschlagen wird, oder ob er sich gar einem Abschied vom Profifußball zuwenden wird, ist derzeit reine Spekulation. Was jedoch feststeht: Die Ära des jungen, unaufhaltsamen David Alaba, der in München zum Superstar aufstieg, scheint endgültig vorbei zu sein. Ein trauriger, aber unvermeidlicher Beweis dafür, dass selbst die größten Stars dem Lauf der Zeit nicht entkommen können.
