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Alkohol-süchtige britin findet rettung – naltrexon als schlüssel?

Emma Griffiths, eine 55-jährige Britin, hatte ihr Leben einem unstillbaren Weininselebt verschrieben. Über zehn Flaschen pro Woche waren zur Norm, obwohl sie mehrfach erfolglos versuchte, ihren Konsum einzuschränken. Doch nun, nach mehr als drei Monaten trockener Phase, könnte Naltrexon, eine scheinbar unscheinbare Pille, den entscheidenden Wendepunkt darstellen.

Ein teufelskreis der sucht

Griffiths‘ Problem war nicht nur die Menge, sondern die Unfähigkeit, den Drang zu widerstehen. Die Zahl der Alkoholabhängigen in Deutschland – schätzungsweise 2,2 Millionen Menschen – ist erschreckend hoch. Ihre Geschichte ist jedoch nicht isoliert, sondern ein Spiegelbild eines weit verbreiteten Problems.

Die Wissenschaftler, insbesondere Dr. Karsten Wolff vom Zentrum für Psychosoziale Gesundheit, betonen, dass Naltrexon direkt im Belohnungssystem des Gehirns wirkt. Es blockiert die Rezeptoren, die normalerweise durch Alkohol verstärkt werden. Das Ergebnis: Alkohol verliert seinen betäubenden Effekt und der unmittelbare Trieb, mehr zu trinken, lässt nach.

Die grenzen des medikaments

Die grenzen des medikaments

Während Naltrexon bei der Rückfallprävention eine erhebliche Rolle spielen kann – in den USA erhalten bis zu 20 Prozent der Alkoholsüchtigen das Medikament – ist es kein Allheilmittel. Wie Dr. Wolff betont, „ist es ein Baustein unter vielen“. Seine Wirkung ist zwar wissenschaftlich fundiert, aber moderat. Die Erwartungen müssen realistisch sein. Einmal trocken zu sein, ist ein Anfang, aber kein Garant für eine dauerhafte Genesung.

Nebenwirkungen und perspektiven

Nebenwirkungen und perspektiven

Nebenwirkungen wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder Schlafstörungen sind möglich, wenngleich selten. Interessanterweise kann Naltrexon auch den Drang nach anderen Belohnungen, beispielsweise Zuckerauslöschungen, verstärken. Es ist ein subtiler, aber wichtiger Effekt.

Ein hoffnungsschimmer für suchtkranke

Ein hoffnungsschimmer für suchtkranke

Griffiths‘ Fall zeigt, dass auch bei einer schweren Sucht eine Chance besteht. Es ist ein Beweis dafür, dass professionelle Hilfe und die richtige Behandlung – eben auch mit Medikamenten wie Naltrexon – den Weg zurück ins Leben ebnen können. Die Unterversorgung in Deutschland ist jedoch alarmierend. Eine breitere Akzeptanz und Anwendung von Naltrexon wäre dringend erforderlich. Die Britin selbst ist nun fest entschlossen: „Ich glaube, ich bin jetzt an einem Punkt angelangt, an dem ich nie wieder Alkohol trinken möchte.“