Alterung im intimbereich: urologe warnt vor veränderungen
Männer spüren die Zeichen: Im Alter verändert sich der Intimbereich – oft schleichend, aber dennoch spürbar. Ein Urologe erklärt die Ursachen und Folgen.
Testosteron-tiefpunkt als auslöser
Die Veränderungen sind vielfältig und beginnen meist ab den 35 Jahren. Der natürliche Rückgang des Testosteronspiegels, der sich auf Lust, Erektion und Regeneration auswirkt, ist dabei der Hauptverursacher. In den 20ern und frühen 30ern ist der Hormonspiegel noch hoch gesteckt, doch ab dann nimmt er stetig ab.
Die Symptome? Weniger sexuelle Lust, eine abschwächende Erektion und längere Erholungsphasen nach dem Geschlechtsverkehr. Ab 60 können die Folgen noch gravierender sein: Durchblutungs- und Nervenprobleme können die sexuelle Aktivität zusätzlich beeinträchtigen.

Optische irreführung: haut und penis
Doch nicht nur die innere Funktion leidet. Laut Urologe Dr. Pies werden Haut und Gewebe am Penis und Hodensack dünner und verlieren ihre Elastizität. Dies ist vor allem dem Rückgang des Kollagens geschuldet, eines wichtigen Proteins für die Spannkraft. Zusätzlich kann die Durchblutung nachlassen, was den Penis im schlaffen Zustand kleiner und weniger prall wirken lässt.
Keine reine länge: fettgewebe spielt eine rolle
Besonders auffällig ist die Veränderung des Fettgewebes. Ein Anlagern von Fett, vor allem im Unterbauch, kann den Penisschaft verdecken und den Penis kürzer erscheinen lassen – obwohl die tatsächliche Länge kaum verändert ist. Es ist also oft eine Frage der Optik, nicht der tatsächlichen Dimension. Lange Erholungsphasen und eine geringere Spermienmenge sind weitere mögliche Folgen.
Ärztliche abklärung ratsam
Wichtig: Nicht jede Veränderung ist ein Zeichen für eine Erkrankung. Doch bei anhaltenden Problemen sollte eine ärztliche Abklärung nicht scheuen. Die Funktion des Penis hängt stark von Blutfluss und Nerven ab – beides kann im Alter beeinträchtigt sein. Die gute Nachricht: Sexuelle Aktivität bleibt grundsätzlich möglich, auch wenn sie sich verändert. Es ist entscheidend, die eigenen Bedürfnisse und Grenzen zu kennen und offen darüber zu sprechen.
Individuelle unterschiede: stress und beziehung
Letztendlich sind die meisten Veränderungen altersbedingte Prozesse, die von Mensch zu Mensch unterschiedlich verlaufen. Hormontherapien können bei Bedarf helfen, aber sie können die Alterung nicht aufhalten. Die sexuelle Lust wird auch von anderen Faktoren beeinflusst – Stress, Gesundheit und die Beziehung zum Partner spielen eine wichtige Rolle. Die Erkenntnis: Das Leben geht weiter, auch wenn sich der Körper verändert – und das sexuelle Leben kann es mit sich machen.
