Aufstiegsstreit in der regionalliga: fans fordern reform – dfb steht vor dem abgrund
Die Stimmung in der deutschen Fußball-Regionalliga kocht. Am Mittwoch steht die entscheidende Sitzung zur Reform des Aufstiegsverfahrens beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) an. Die Proteste der Fans, die unter dem Motto „Meister müssen aufsteigen“ demonstrieren wollen, zeigen deutlich: Die aktuelle Situation ist unhaltbar.
Ungerechtigkeitsempfinden wächst: fans fühlen sich benachteiligt
Fanforscher Prof. Dr. Harald Lange von der Universität Würzburg erklärt die Ursachen für die Unzufriedenheit. Seit Jahren steigen die Meister der Regionalligen Südwest und West direkt auf, während die Meister der anderen Staffeln oft eine Relegation antreten müssen. „Für die Fans ist das maximale Ungleichbehandlung“, so Lange. Sie erleben, wie ihr Verein trotz sportlicher Leistung benachteiligt wird.
Der DFB begründet dies mit der höheren Anzahl an Mannschaften in den West- und Südwest-Staffeln. Lange bezeichnet dies als „konstruiertes System“, das nichts mit der sportlichen Wertigkeit zu tun hat. Die Logik des Fußballs und der Fans – Aufstieg soll gerecht sein – steht im Gegensatz zur Logik der Verbände, die das Wachstum der regionalen Verbände priorisieren. „Das ist ein ganz schwerwiegender Strukturfehler“, betont er.
Eine geplante Lösung sieht vor, die 80 Regionalligisten jährlich in vier Staffeln aufzuteilen, um die Anfahrtswege zu verkürzen. Lange räumt ein, dass dies ein „rein technologischer Kompromiss“ ist, der zu einzelnen Kritikpunkten führen kann. Doch die Proteste der Fans übersteigen diese Bedenken bei weitem.
Sollte der DFB die Reform erneut scheitern lassen, wäre das ein massiver Vertrauensbruch. „Das wäre eine heikle Nummer“, warnt Lange. Die Konsequenzen würden sich in einer Kette weiterer Entscheidungen zeigen. Der DFB muss sich der Tragweite bewusst sein.
Die Entscheidung des DFB wird nicht nur die Zukunft der Regionalliga bestimmen, sondern auch das Vertrauen in die Fähigkeit der Fußballführung, gerechte Entscheidungen zu treffen. Die Fans haben genug von einem System, das ihre Leidenschaft und ihr Engagement nicht wertschätzt.
