Bayern bangt um trainer: gavel-poker und tarlacs klare ansage
München – Der FC Bayern hat das Bundesliga-Spiel gegen die Würzburg Baskets zwar mit 90:81 gewonnen, doch der Sieg wirft lange Schatten: Der Abschied von Trainer-Legende Svetislav Pešić am Saisonende löst eine fieberhafte Trainersuche aus. Während die Diskussionen um seinen Nachfolger an die Öffentlichkeit drängen, spricht Bayern-Sportdirektor Dragan Tarlac erstmals Klartext – und deutet einen möglichen Deal-Breaker an.
Der pokalsieger im fokus: gavel als münchner traum?
Die Liste der möglichen Nachfolger ist lang, doch ein Name sticht heraus: Anton Gavel, der überraschende Pokalsieger mit den Baskets Mannheim. Seine Erfolge bei Ratiopharm Ulm im Vorjahr sind legendär, und seine aktuelle Arbeit mit dem finanziell schwächsten Team der BBL beeindruckt. Doch Gavel steht unter Vertrag bis 2027, was die Verhandlungen kompliziert und teuer machen würde. Die Frage, ob der FC Bayern bereit ist, für einen Trainer tief in die Tasche zu greifen, bleibt offen.
Auch andere Namen werden immer wieder genannt: Dušan Alimpijević und Frédéric Fauthoux, beide ebenfalls an ihre Vereine bis 2027 gebunden. Die Suche gestaltet sich also zu einem hochkarätigen Katz-und-Maus-Spiel.

Tarlacs ultimatum: keine ablösesumme für bayern
„Wir werden einen neuen Coach bekommen, der allen Anforderungen des FC Bayern Basketball entspricht“, erklärte Tarlac bei Dyn. „Wenn es soweit ist, werden wir den Namen bekanntgeben. Bis dahin dauert es aber noch.“ Er betonte zudem, dass der beste Kandidat entscheidend sei, insbesondere im Hinblick auf die anstehenden Play-offs. „Ich verstehe das Verlangen nach Namen, aber jetzt geht es um die Play-offs. Wir sind glücklich, dass wir so jemanden wie Pešić haben, der uns beraten kann.“
Doch dann kam die überraschende Ansage: „Wir haben niemals eine Ablösesumme für einen Trainer bezahlt. Wir sind nicht bereit, eine Ablösesumme zu zahlen.“ Ein Satz, der die Trainer-Suche ins Stockade führt. Gerüchte über eine Millionenzahlung für Gordon Herbert im Sommer 2024 kursieren zwar, doch Tarlac macht deutlich, dass der FC Bayern an dieser Politik festhält.

Dramatik auf dem feld: verletzung von dimitrijevic
Das Spiel selbst war ebenfalls von Dramatik geprägt. Nach einer zunächst ausgeglichenen Partie geriet der FC Bayern im zweiten Viertel in einen regelrechten Punkte-Tsunami. Andi Obst glich das Spiel kurz vor Schluss mit seinem 710. Dreier in der BBL-Geschichte aus, womit er Pascal Roller als deutschen Dreier-Rekordhalter ablöste. Ein Moment der Ehrfurcht inmitten der turbulenten Trainersuche. Doch die Freude währte nicht lange. Wenige Sekunden vor Schluss verletzte sich Bayern-Star Nenad Dimitrijevic schwer am Fuß und musste vom Feld getragen werden. Ein bitterer Ausklang für den Rekordmeister.
Die Trainersuche bleibt ein Drahtseilakt. Der FC Bayern muss eine Balance finden zwischen sportlichem Erfolg und finanzieller Vernunft. Ob Gavel oder ein anderer Kandidat die Nachfolge von Svetislav Pešić antritt, wird die kommende Zeit zeigen. Fest steht: Der FC Bayern Basketball steht vor einem Umbruch, der den Verein nachhaltig prägen wird.
