Bayern vor wahlentscheidung: afd rückt näher, söder setzt auf mobilisierung

München – Die bayerische Politik steht vor einer Zerreißprobe. Die kommende Kommunalwahl am 8. März wird mehr als nur die Verteilung von Bürgermeisterämtern und Gemeinderatssitzern bringen: Sie ist ein entscheidender Test für die politische Stabilität des Freistaates und eine deutliche Zunahme der Einflussnahme der afd.

Kommunalwahlen: afd setzt auf durchbruch

CSU-Chef Markus Söder (59) betont die Stärke seiner Partei, doch die politische Landschaft in Bayern verändert sich rasant. Vor fünf Jahren war die afd bei Kommunalwahlen kaum präsent – heute sieht die Stimmung anders aus: Umfragen sehen die Partei bayernweit bei 20 Prozent, in einigen östlichen Landkreisen nähert sie sich sogar 30 Prozent. „Wir wollen die Rathäuser erstürmen“, forderte Katrin Ebner-Steiner (47), die Landtags-Chefin der afd, bei einem Wahlkampfauftritt.

AfD-Chef Stefan Protschka (48) sieht sich als die „zweitstärkste Kraft neben der CSU“ und erwartet, dass sich dies in einigen Kreisräten und Stadträten zeigen wird. Bürgermeisterwahlen sieht er zwar als schwierig, doch er setzt auf eine gezielte Listengestaltung, um junge Bewerber zu fördern. Die Strategie der Junge Union, in über 100 Gemeinden und Landkreisen eigene Listen aufzustellen, wird von Söder kritisch gesehen. Er befürchtet, dass die etablierten Kräfte die Nachwuchskandidaten verdrängen.

Söders liga gerät unter druck

Söders liga gerät unter druck

Doch nicht nur die AfD stellt Söder vor Herausforderungen. Auch die Freien Wähler unter Hubert Aiwanger (55) sind eine Bedrohung, da sie auf lokaler Ebene stark sind und Stimmen von der CSU abziehen könnten. Zudem steht Söder innenpolitisch unter Druck: In Augsburg wurde Eva Weber (48) nur knapp wiedergewählt, in Bamberg kandidiert Melanie Huml (50) gegen sieben Konkurrenten und in Nürnberg muss sich Marcus König (45) im Stichwahl behaupten. Söder reagiert mit einer intensiven Wahlkampftour, bei der er in kleinen Gemeinden wie Niederalteich um Stimmen wirbt.

Die Kritik an der AfD nimmt ebenfalls zu. Söder wirft der Partei „Clan-Strukturen“ vor und kritisiert die Beschäftigung von Verwandten. Politikwissenschaftlerin Ursula Münch (65) sieht das Potenzial der AfD als stark ein und warnt davor, dass Wähler ohne genaue Kenntnis der Kandidaten abstimmen. Söder ist sich bewusst, dass ein enttäuschendes Ergebnis wie 2018, als die CSU nur 34 Prozent erreichte, nicht akzeptabel ist. Die Wahl ist für ihn eine Frage der Zukunft Bayerns.

Die Mobilisierung der eigenen Wählerschaft ist daher entscheidend. Söder reist durch Bayern und spricht mit Bürgermeisterkandidaten und Landräten. Die kommende Wahl wird zeigen, ob die CSU ihre Position verteidigen kann oder ob die politische Landschaft in Bayern nachhaltig verändert wird.

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