Bayern-krise vertieft sich: mbc demütigt münchner!
Weißenfels – Die Pleiten häufen sich, das Selbstvertrauen schwindet, und die einst unantastbare Dominanz des FC Bayern Basketball scheint zerbrochen. Nach einer schonungslosen 79:91-Niederlage beim Kellerkind Syntainics MBC hat die Mannschaft von Svetislav Pešić nun auch in der Easycredit BBL drei Spiele in Folge verloren – eine Zäsur, die seit drei Jahren nicht mehr vorgekommen ist. Der FC Bayern steuert unbehaglich in Richtung einer existentiellen Krise.
Die weiße weste ist futsch: weißenfels als albtraum
Es ist kein Geheimnis, dass der MBC für die Bayern seit einiger Zeit zum unangenehmen Überraschungspaket geworden ist. Bereits im vergangenen Jahr scheiterte der Liga-Krösus in der Stadthalle Weißenfels völlig überraschend am Pokal-Halbfinale. Der neue Trainer Milenko Bogicevic scheint eine anpassungsfähige und widerstandsfähige Mannschaft geformt zu haben, die den Bayern immer wieder das Handwerk legt. Der Ansturm des Ministerpräsidenten, der eigens nach Weißenfels geeilt war, sah eine Mannschaft, die sich nicht unterkriegen ließ.
Die Statistiken sind brutal: 55 Prozent Feldwurfquote für Weißenfels im Gegensatz zu den Bayern, 18 Offensivrebounds für die Gastgeber und ein 27:39-Verhältnis unter den Brettern. Charles Callison, der Routinier der Gastgeber, präsentierte sich in herausragender Form und erzielte 20 seiner 29 Punkte in der zweiten Hälfte. Ein 16:0-Lauf der Bayern brachte nichts, denn die Weißenfelser Fans antworteten mit einem ohrenbetäubenden „Macht sie alle, schießt sie aus der Halle!“ – und den Klassiker „Zieht den Bayern die Lederhosen aus“.

Pešićs ironie und giefeys ratlosigkeit
Svetislav Pešić, der sonst für seine pointierten Aussagen bekannt ist, flüchtete sich in Ironie: „Sehr amüsant ist, dass unsere Gegner in der Bundesliga im Schnitt 90 Punkte gegen uns machen – und das beste Team Europas, Fenerbahce Istanbul, nur 76. Das heißt, dass die Spieler und der Coach darüber nachdenken müssen, wie wir verteidigen und was wir in der Bundesliga erreichen wollen: Wollen wir in der Bundesliga spielen und ein paar Spiele gewinnen oder nicht?“ Der Weltmeister Niels Gieffey rang derweil nach Worten: „Wir haben uns nicht gut verkauft. Wir haben uns schlecht verkauft. Keine Ahnung.“
Das Problem liegt nicht nur im defensiven Bereich. Die Offensivreihen wirken blockiert, die Abstimmung ist lückenhaft. Der Vorsprung auf die Verfolger schmilzt, und die Aussicht auf eine erfolgreiche Play-off-Kampagne in der Euroleague ist in weite Ferne gerückt. Die Frage ist, ob Pešić in der Lage ist, die Mannschaft schnell wieder auf Kurs zu bringen oder ob die Bayern eine noch größere Krise bevorsteht. Die Antwort liegt im Detail, in den kleinen Momenten, die in den letzten Spielen schlichtweg fehlten.
Denn während Charles Callison im Dyn-Interview strahlend verkündete: „Ich fühle mich gesegnet. Das ist ein toller Sieg heute. Dank an meine Teamkollegen, den Trainerstab und die harte Arbeit, die wir jeden Tag reinstecken“, muss der FC Bayern die bittere Pille schlucken und sich fragen, wie es weitergehen soll. Die Lederhosen scheinen im Moment fest in Weißenfels zu verbleiben.