Berger im zwickmühle: starin-comeback und die unerwartete krise
Berlin blickt gespannt
auf den Deutschen Filmpreis – und auf Senta Berger. Die Ikone des deutschen Kinos feiert mit 85 Jahren ein überraschendes Comeback mit dem Film „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“. Ihr Sohn Simon Verhoeven hat dabei ganze sieben Kategorien abgedeckt, doch selbst die unangefochtene Diva ist mit einem Problem konfrontiert, das viele Frauen nur allzu gut kennen: Die Panik vor dem Kleiderschrank.Ein blick in die vergangenheit – und die gegenwart
„Ich habe seit der Pandemie kein Kaufhaus mehr betreten“, gesteht Berger lakonisch der BILD. „Da kam einfach zu viel zusammen. Mein Mann Michael erkrankte zuerst an Corona, erholte sich und fiel dann erneut zurück. Das hat alles eine Kettenreaktion ausgelöst.“ Die fehlende Besorgnis, sich nach dem Neustart im Einzelhandel aufzuhalten, ist für die 85-Jährige mehr als nur eine Kleinigkeit – sie ist ein echtes Problem. „Es war in den letzten Jahren nie ein Moment, in dem ich sagen konnte oder wollte: Ich gehe jetzt mal in die Stadt und kaufe mir etwas Schönes. Und jetzt wäre es notwendig, dass ich das sage – und ich verdränge es!“
Der Film „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ und seine sieben Nominierungen sind zweitrangig. Berger selbst beschreibt ihre aktuelle Situation als eine Art existenzielle Krise. „Ich bin grundsätzlich nicht gelassen“, erklärt sie. „Das ist nicht mein Temperament. Ich bin grundsätzlich nicht gelassen. Das ist nicht angelegt in mir.“

Lebenswerk oder neuerlicher neuanfang?
2021 wurde Berger bereits mit dem Deutschen Filmpreis für ihr Lebenswerk geehrt – eine Auszeichnung, die ihrer Meinung nach „eigentlich bedeutet: Die Karriere ist jetzt abgeschlossen“. Doch das scheint die Schauspielerin nicht zu beenden. Die Frage, ob die Nominierung für den Filmpreis ein Zeichen sei, dass sie noch einmal weiter machen sollte, schliesst sie mit einem Augenzwinkern ab: „Nein. Das Signal für mich ist eher: Ich höre damit auf.“ Die skurrilen Darstellungen von älteren Frauen in Filmen, die oft als „die fesche Oma auf dem Moped“ abgebildet werden, seien ihr unangenehm.
Ein Trio aus Erfolgsaussichten: Senta Berger (85), Bruno Alexander (26) und Michael Wittenborn (72) sind gemeinsam für den Deutschen Filmpreis nominiert. Foto: -/Komplizen Film GmbH/Doll Fil. Die Verhoeven-Familie scheint den Filmpreis in diesem Jahr möglicherweise doch noch zu erringen. Berger blickt nach vorne, aber mit einer gewissen Skepsis. „Die Drehbücher, die mir angeboten werden und die ich lese, entzünden mich nicht“, so die Filmstar. „Ich warte nicht auf eine neue Aufgabe – das beschreibt es am besten.“ Die Hoffnung auf weitere Auftritte bleibt bestehen, doch für Senta Berger scheint die Priorität jetzt anders zu liegen.
