Blücher-platz in berlin: ein name wird ersetzt

Der Blücherplatz im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg soll einen neuen Namen erhalten. Das Bezirksamt hat mit einer grün-rot-roten Mehrheit entschieden, dass der Platz künftig nach Eva Mamlok benannt werden soll. Die Kreuzbergerin jüdischer Abstammung leistete Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur und starb im Konzentrationslager Stutthof an den Folgen von Zwangsarbeit.

Mamlok als symbol für widerstand und frauenrechte

Mamlok als symbol für widerstand und frauenrechte

Das Bezirksamt erklärte, die Benennung des Platzes solle nicht nur Eva Mamlok ehren, sondern auch den Widerstand von Frauen und Juden insgesamt würdigen. Dieser Ansatz wird von vielen geteilt, der Widerstand gegen die NS-Diktatur kann nicht genug gewürdigt werden.

Das Problem ist jedoch, dass der Blücherplatz seit 162 Jahren seinen Namen trägt. General Leberecht von Blücher führte einen Abwehrkampf gegen Napoleon und befreite Europa von der napoleonischen Besatzung. Er ist der erfolgreichste preußische General aller Zeiten und Ehrenbürger von Frankfurt, Hamburg, London, Oxford und Cambridge. Ein solcher Name wird man nicht so leicht auslöschen.

Das Bezirksamt argumentiert, Blücher habe den Hass auf Frankreich geschürt, den sich bis in die 1950er Jahre gehalten habe. Diese Behauptung stimmt jedoch nicht. Es ist unredlich, Eva Mamlok gegen Blücher auszuspielen.

Gunnar Schupelius, ein Journalist, hat sich gegen diese Entscheidung ausgesprochen und argumentiert, dass Blüchers Name nicht aus dem Raum gezogen werden solle. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Stadt Berlin auf diese Kritik einlässt und die Entscheidung revidiert.