Blutvergiftung fast tödlich: bestsellerautor schäfer überlebt knapp

Ein winziger Schnitt am Mittelfinger, der hätte harmlos sein können – er wurde fast zum Todesurteil für den Bestsellerautor Stephan Schäfer (51). Eine rasend schnelle Blutvergiftung, ausgelöst durch Streptokokken, brachte ihn an den Rand des Abgrunds. Nur um knapp 50 Prozent lag seine Überlebenschance, wie die behandelnden Ärzte bestätigten.

Die falle lauerte im detail

Schäfer, der sich in seinem neuen Roman „Jetzt gerade ist alles gut“ mit dieser Erfahrung auseinandersetzt, berichtet, wie er den ersten Schnitt kaum bemerkt habe. „In den ersten Tagen war da noch nicht mal ein Pflaster drauf. Doch ein paar Tage später fing es an zu pochen.“ Was folgte, war ein Albtraum: Ein Bläschen am Finger, dann Rötung, schließlich eine rasante Schwellung und Schwärzung des Gewebes. Während er sich noch „topfit“ fühlte, brach Fieber, Schüttelfrost und unerträgliche Schmerzen über ihn herein.

Not-op und lebensrettende antibiotika

Not-op und lebensrettende antibiotika

Um zwei Uhr nachts, als der Schmerz unerträglich wurde, suchte Schäfer eigenständig im 400 Meter entfernten Krankenhaus Hilfe. Dort diagnostizierten die Ärzte eine nekrotisierende Fasziitis – eine seltene und extrem gefährliche Weichteilinfektion. Eine Notoperation, um die Entzündung zu beseitigen, und eine intensive Antibiotikatherapie retteten ihm das Leben.

Die Genesung war langwierig und beschwerlich. „Ich lag eine Woche im Krankenhaus, musste dann aber über sechs Monate alle zwei Tage wieder hin, weil die Entzündung so stark war, dass die Wunde nicht zuwachsen wollte“, erzählt Schäfer. Die Gefahr einer Amputation seines Fingers schwebte während dieser Zeit stets über ihm.

Sepsis: eine unterschätzte bedrohung

Sepsis: eine unterschätzte bedrohung

Schäfers Fall ist kein Einzelfall. Jährlich erkranken in Deutschland schätzungsweise 500.000 Menschen an einer Sepsis, einer außer Kontrolle geratenen Reaktion des Körpers auf eine Infektion. Über 140.000 Menschen sterben jährlich daran – das macht Sepsis zur drittwichtigsten Todesursache im Land. Prof. Konrad Reinhart von der Sepsis-Stiftung schlägt Alarm: „Zu viele Patienten versterben derzeit, weil die Diagnose zu spät gestellt wird.“ Jede Stunde Verzögerung der Antibiotikatherapie erhöht die Sterblichkeit um 0,5 Prozent – eine erschreckende Zahl, die die Notwendigkeit einer schnellen Reaktion unterstreicht.

Früherkennung ist entscheidend

Früherkennung ist entscheidend

Experten fordern einen nationalen Sepsis-Plan, um die Qualitätssicherung im gesamten Gesundheitssystem zu verbessern. Dr. Matthias Gründling von der Universitätsmedizin Greifswald erklärt: „Normalerweise helfen bei einer Wunde oder Entzündung Botenstoffe im Körper, Erreger in den Griff zu bekommen. Bei einer Sepsis richten sich diese Botenstoffe aber nicht nur gegen die Erreger, sondern gegen alle Zellen.“ Werden Patienten in der ersten Stunde behandelt, überleben 90 Prozent; nach fünf Stunden sind es nur noch 60 Prozent, nach 36 Stunden lediglich jeder Fünfte.

Achten Sie auf diese Warnzeichen: Fieber oder Schüttelfrost, Husten, Kurzatmigkeit, Verwirrtheit, Wesensänderung, ein nie gekanntes Krankheitsgefühl. Bei Verdacht sollte umgehend ein Arzt aufgesucht und das Wort „Sepsis“ genannt werden, um die Sensibilisierung zu erhöhen.

Stephan Schäfers Leben steht nun für eine Botschaft der Hoffnung und des bewussten Lebens. Er hat gelernt, „die Schönheit in den kleinen Momenten“ zu schätzen – eine Erkenntnis, die ihm eine tödliche Begegnung mit der eigenen Sterblichkeit abgetrotzt hat.