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Borussia in der krise: abstiegssorgen wachsen nach heidenheim-debakel

Die Luft in Gladbach wird dünner. Nach dem müden 2:2 gegen den Liga-Letzten Heidenheim steht Borussia Mönchengladbach vor einer Saisonendphase, die mehr Ähnlichkeit mit einem Abstiegskampf hat, als mit dem ruhigen Mittelfeldplatz, den sich die Fohlen noch vor wenigen Wochen ausgemalt hatten. Der Jubel über den späten Ausgleich, der durch einen Abpraller und eine Parade von Moritz Nicolas zustande kam, konnte die tiefe Frustration der Fans kaum überdecken.

Die unzufriedenheit brodelt: mehr als nur das spiel gegen heidenheim

Es war nicht nur der glückliche Punktgewinn gegen den vermeintlich schwächsten Gegner der Liga, der die Stimmung im Borussia-Park vergiftete. Deutlich wurde, dass die Unzufriedenheit tiefer geht. Auf Spruchbändern wurde an die brutalen Polizeieinsätze nach dem Derby in Köln erinnert, ein dunkler Schatten, der über den Verein liegt. Und dann war da noch die Pfiffkonzert gegen Rocco Reitz, den ein Teil der Anhängerschaft für seinen Wechsel nach Leipzig verantwortlich macht – ein teurer Abschied, der offenbar noch lange nachwirkt. Hätte man diese Reaktionen nicht, wäre die Kritik am Auftritt gegen Heidenheim ungleich lauter ausgefallen.

Schröders warnung: „30 punkte reichen sicher nicht“

Schröders warnung: „30 punkte reichen sicher nicht“

Manager Rouven Schröder scheint die Lage ebenfalls ernst zu nehmen. Seine Aussage, dass die Mannschaft „bis zum Schluss die Antennen draußen“ haben müsse, deutet auf eine angespannte Situation hin. „30 Punkte reichen sicher nicht“, mahnte er, und das ist eine bittere Erkenntnis für einen Verein mit Ambitionen. Die kommenden Spiele gegen Leipzig, Mainz und Wolfsburg werden entscheidend sein, um die Abstiegssorgen zu zerstreuen oder sie noch weiter zu befeuern.

Taktische fehlentscheidungen: polanski räumt fehler ein

Auch Coach Eugen Polanski steht in der Kritik. Die Entscheidung, gegen Heidenheim mit einer Fünferkette und zwei Sechsern anzutreten, erwies sich als Fehlbesetzung. Fakt ist: Heidenheim hatte mehr Torschüsse (17:15) und gewann auch die Zweikämpfe – eine statistische Schmach für die Borussia. Polanski selbst gab zu, dass ihm in einem so wichtigen Spiel „die Basics gefehlt“ hätten. „Zu viele Spieler haben sich nur auf ihre Nebenleute verlassen, statt selbst Verantwortung zu übernehmen“, kritisierte er die mangelnde Eigeninitiative seiner Mannschaft. Das klingt nach einem tiefgreifenden Problem, das mehr als nur eine taktische Änderung erfordert.

Ein blick auf die zukunft: ein hartes restprogramm

Das Restprogramm ist alles andere als einfach. Nach dem Ausflug nach Leipzig folgt der Besuch der formstarken Mainzer im Borussia-Park, bevor es zum brisanten Duell nach Wolfsburg geht – einem Spiel, das für Borussia bereits in der Hinrunde eine schmerzhafte Niederlage (1:3) bedeutete. Die Fohlen müssen sich jetzt zusammenreißen, wenn sie die Abstiegssorgen hinter sich lassen und ihre Fans wieder von ihren Qualitäten überzeugen wollen. Die Konzentration, die Leidenschaft und vor allem die Bereitschaft zur individuellen Verantwortung müssen zurückkehren – andernfalls droht Borussia Mönchengladbach ein bitteres Ende der Saison.