Bremen: waffengewaltserie kurz vor der aufklärung – polizei jagt türkische tatverdächtige
Bremen erschütterte sich in den vergangenen Wochen von einer Serie brutaler Schusswaffenangriffe. Nun deutet alles darauf hin, dass die Ermittlungen kurz vor dem entscheidenden Durchbruch stehen. Die Polizei hat zwei türkische Staatsbürger als mutmaßliche Täter identifiziert und eine intensive Fahndung eingeleitet.
Die chronologie der angst
Fünf Schüsse in knapp sechs Wochen – jede Attacke ein Schlag ins Mark der beschaulichen Stadt. Der Beginn am 1. März, als ein 43-jähriger Mann in der Überseestadt/Huckelriede in beide Beine geschossen wurde, markierte den Auftakt einer beunruhigenden Entwicklung. Es folgten weitere Attacken in Walle/Neustadt, Neustadt, Neustadt und Obervieland/Kattenturm, bei denen insgesamt fünf Personen, darunter ein 32-jähriger Mann, schwer verletzt wurden. Einem Mann wurde das Leben genommen. Die Täter, stets agierend auf offener Straße, zählten zu ihren Opfern und zielten gezielt auf die Beine ab – ein Vorgehen, das die Bevölkerung in Atem hielt.
Die eigens gegründete Soko „Fokus“ arbeitete fieberhaft an der Aufklärung der Vorfälle. Die Ermittlungen konzentrierten sich auf die Analyse von Überwachungsbildern, Zeugenbefragungen und forensische Spuren. „Wir sind unserem Ziel nahe“, so ein Sprecher der Polizei gegenüber BILD, ohne jedoch Details zu den Ermittlungsmethoden preiszugeben – aus nachvollziehbaren taktischen Gründen.

Wer sind die gejagten?
Die Fahndung gilt gegenwärtig nach Osman Sönmez (etwa 180 cm groß, 90 kg, dunkle Haare, veränderliches Erscheinungsbild) und Ferhat Kocakelci (etwa 169 cm groß, schwarze, schüttere Haare, zuletzt mit Vollbart). Beide Männer sind flüchtig und potenziell gefährlich. Die Polizei bittet dringend, sie nicht anzusprechen, sondern umgehend den Notruf 110 zu wählen. Die Gesuchten sind türkische Staatsbürger, was die Ermittlungen zusätzlich verkompliziert.
Die Motive für die Gewaltserie sind bislang unklar. Die Polizei schließt zwar Drogenkriminalität und Clan-Kriminalität nicht aus, geht aber davon aus, dass die Hintergründe eher im persönlichen Bereich zu suchen sind. Ein bezeichnendes Detail: Das erste Opfer der Serie war zuvor wegen einer Straftat aus dem Jahr 2016 in Haft geraten. Ob ein Zusammenhang besteht, ist jedoch noch Gegenstand der Ermittlungen.
Die schnellen Ermittlungserfolge der Soko „Fokus“ sind bemerkenswert. Die Tatsache, dass die Polizei so rasch verdächtige Täter identifizieren konnte, gibt der Bevölkerung Hoffnung auf eine baldige Rückkehr zur Sicherheit. Die Verhaftung wird nun entscheidend sein, um die Hintergründe der Gewaltserie vollständig aufzuklären und weitere Opfer zu verhindern. Die Verunsicherung in Bremen ist weiterhin groß, aber die Polizei sendet ein deutliches Signal: „Wir lassen nicht nach, bis die Täter vor Gericht stehen.“