Campingplatz in kärnten schließt: familienbetrieb vor dem aus – ab 2026 steigen gebühren drastisch

Gries, Kärnten – Ein Familienbetrieb mit fast 40 Jahren Geschichte muss schließen: Der Campingplatz in Gries (Gemeinde Wolfsberg) wird ab 2026 seinen Betrieb einstellen. Grund dafür sind die geplanten neuen Aufenthaltsabgaben in Kärnten, die die Betreiber als wirtschaftlichen Ruin sehen.

Camping ramsbacher kämpft ums überleben

Camping ramsbacher kämpft ums überleben

Seit 39 Jahren führt Michael Ramsbacher (63) den Campingplatz an der Südseite der Hohen Tauern. Die neue Regelung, die ab dem 1. November 2026 greifen soll, bedeutet für ihn und seine Familie das Aus. Die Aufenthaltsabgabe, die künftig landesweit 4,50 Euro pro Hotelgast und 4 Euro pro Campinggast beträgt, trifft Campingurlauber besonders hart. Ramsbacher kritisiert, dass keine Unterscheidung zwischen Hotel- und Campinggästen erfolgt. „Das ist so, als würde man eine Flasche Champagner und ein Glas Wein um denselben Betrag erhöhen“, so der Unternehmer.

Die Reform des Kärntner Tourismuslandesrats führt eine einheitliche Aufenthaltsabgabe ein. Bisher wurden 2,40 Euro pro Person als Ortstaxe erhoben. Die neue Abgabe soll die Einnahmen für den Tourismus steigern, doch für Ramsbacher bedeutet sie einen „schweren Schlag“.

Der Sohn von Michael Ramsbacher (33) hatte eigentlich Pläne, den Campingplatz zu erweitern und zu modernisieren. Die neuen Gebühren machen diese Pläne zunichte. „Wir sind ein guter Rechner und schuldenfrei“, sagt Ramsbacher. Doch die Aussicht auf eine Zukunft ohne Campingbetrieb ist für ihn kaum auszuhalten. Er hofft, dass die Politik ihre Entscheidung noch einmal überdenkt oder dass sie mit Dauercampern weiterarbeiten kann.

Die Entscheidung ist mehr als nur ein wirtschaftlicher Verlust für die Familie Ramsbacher. Sie steht symbolisch für die zunehmende Belastung von Familienbetrieben im Tourismus durch steigende Kosten und bürokratische Hürden. Die neue Abgabe ist ein weiterer Schlag für einen Wirtschaftszweig, der stark von der regionalen Verbundenheit und dem traditionellen Familienbetrieb lebt.

Die Kronen-Zeitung berichtete bereits über einen anderen Fall: Millionen an der Nordsee verzockt – Campingplatz und Therme werden verkauft. Es zeigt sich, dass der Tourismus in Österreich vor großen Herausforderungen steht. Die Zukunft des Campingplatzes Ramsbacher ist ungewiss, doch eines ist klar: Die neue Aufenthaltsabgabe wird die Tourismuslandschaft in Kärnten nachhaltig verändern.