Capaldo endlich im argentinischen wm-aufgebot – balerdi-aus verschärft die lage
Die Arena in College Station jubelte. Vater Leo, Schwester Martina und Agustina feierten am 82. Minute den lang ersehnten Einstand von HSV-Star Nicolas Capaldo. Der 27-Jährige debütierte für Argentinien im WM-Test gegen Honduras (2:0) – nach über sechs Jahren im U23-Bereich.
Ein kurzweiliges exil in den usa
Trotz der enttäuschenden Berufung in den vorläufigen 55er-Kader durch Trainer Scaloni, der Capaldo schließlich nicht in den endgültigen 26er-Zusammensetzung einbrachte, reiste der Hamburger dennoch in die USA. Scaloni will den Flexibilitätselement aus der Nähe begutachten und ihn als Backup für die Defensive wahren. Ein Schachzug, der sich als äußerst knapp bemessen erweisen könnte – Innenverteidiger Leo Balerdi (27) fällt wegen einer Wadenverletzung aus.

Ein ersatz, der nicht passt
Die Notwendigkeit einer schnellen Lösung ist offensichtlich. Coach Scaloni hat bis 24 Stunden vor dem Auftakt gegen Algerien am 17. Juni Zeit für eine Nachnominierung. Der unmittelbare Ersatz, Marcos Senesi (29), ist bereits in Bournemouth gelandet – doch Balerdi ist Linksfuß, ein entscheidender Faktor, der eine Anpassung erschwert. Giay (22) aus Palmeiras, bisher lediglich im Testspiel-Aufgebot, könnte eine Option darstellen, obwohl er in dieser Saison ausschließlich als Rechtsverteidiger eingesetzt wurde.

Historischer moment für den hsv
Capalados Debüt ist ein historischer Moment für den HSV. Seit 2003 hat kein Profi mehr in Hamburg für die argentinische Nationalmannschaft gespielt. Nur 23 Jahre zuvor war Bernardo Romeo (48) der letzte Mann, der für die Albiceleste zusammenspielte. Ein weiterer Akteur, Nahuel Molina (28) und Gonzalo Montiel (29), sind bereits mit Blessuren im Aufgebot. Die Situation um Capaldo ist komplex – er war sogar als linker Abwehrspieler in den USA eingesetzt, ein Zeichen seiner Anpassungsfähigkeit.
Die fakten
Der Hamburger SV hat sich offenbar bei Einwechseltrainern beraten lassen, was die Chancen auf eine kurzfristige Rolle für Capaldo gegen Island erhöht. Und wer weiß, vielleicht schont Lionel Messi (38) auch dort und Capaldo darf neben dem Superstar auf dem Rasen stehen. Die Frage ist: Wird dieser kurzfristige Einsatz ausreichen, um die WM-Träume aufrechtzuerhalten?