Cdu verliert wahlniederlage – hagel bietet rücktritt an

Stuttgart – Die CDU Baden-Württemberg befindet sich am Tag nach der Landtagswahl im Schock. Spitzenkandidat Manuel Hagel bot seinen Rücktritt als Landeschef an, doch seine Parteifreunde lehnten ab. Die Niederlage gegen die Grünen ist tiefgreifend, und die Partei ringt um Orientierung.

Hagel lehnt rücktritt ab: koalitionsverhandlungen mit grünen sind geplant

Hagel lehnt rücktritt ab: koalitionsverhandlungen mit grünen sind geplant

Die Sitzung des CDU-Landesvorstands war geprägt von der Aufarbeitung des unerwarteten Wahlergebnisses. Hagel, der die Partei in die Wahl führte, sah sich unter Druck. Laut Teilnehmern bot er an, den Weg für einen neuen Landeschef freizumachen und sich aus dem Staub zu machen. Doch die Führung der Partei zeigte sich stur: Hagel erhielt einstimmig das Vertrauen seiner Kollegen und soll nun die Koalitionsverhandlungen mit den Grünen führen.

„Führung war und ist für mich immer mit Verantwortung verbunden“, zitierte BILD Teilnehmer der Sitzung. Die Ablehnung des Rücktritts signalisiert eine klare Linie der CDU, trotz der deutlichen Niederlage eine Rolle in der kommenden Regierung zu spielen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, ehemalige Generalsekretärin der CDU Baden-Württemberg, soll Hagel ermutigt haben. Sie betonte, die CDU habe 56 Mandate gewonnen und sich um rund sechs Prozentpunkte verbessert – eine Leistung, die sie als „Augenhöhe“ mit den Grünen bezeichnete.

Die Niederlage wird der CDU nicht leicht fallen. Die „Schmutzkampagne“ gegen Hagel, wie Vize-Generalsekretärin Christina Stumpp erklärte, habe „ihre Spuren hinterlassen“. Vize-Generalsekretär Andreas Jung sprach von vollem Vertrauen in Hagel und betonte den klaren Auftrag, die Inhalte der CDU zu vertreten und zu verhandeln. Die Stimmung im Landtag ist angespannt. Die Grünen haben sich bereits gegen eine Machtteilung ausgesprochen. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die CDU aus der Niederlage lernen und eine neue Strategie entwickeln kann.

Die Wahl in Baden-Württemberg war ein Krimi bis zum Schluss. Die Grünen sicherten sich den Sieg, während die CDU eine bittere Enttäuschung verarbeiten muss. Und die Frage, wie die Partei aus dieser Krise hervorgeht, bleibt offen.