Cottbus ohne „pele“: pokalfinale im zeichen von abschieden
Energie Cottbus steht vor dem perfekten Abschluss einer historischen Saison – doch die Vorfreude wird getrübt. Während die Aufstiegsparty in Richtung Mallorca längst abgeflaut ist, fehlen beim Landespokalfinale gegen den VfB Krieschow am Samstag zwei Schlüsselspieler: Trainer Claus-Dieter „Pele“ Wollitz und der gefallene Liebling der Fans, Timmy Thiele.
Wollitz’ abschied: mehr als nur ein pokalfinale
Der Ausfall von Wollitz, dem Architekten des Wiederaufstiegs in die 2. Bundesliga, wiegt besonders schwer. Bereits vor zwei Wochen hatte der 60-Jährige seine bevorstehenden Operationen angekündigt, ein Eingriff, der ihm die Anwesenheit am Spielfeldrand unmöglich macht. Die Ironie des Schicksals: Energie ist bereits durch den Aufstieg für den DFB-Pokal qualifiziert, was den sportlichen Druck im Pokalfinale nimmt. Doch es ist mehr als nur ein verpasstes Spiel. Es ist ein Abschied von einer Ära, geprägt von Wollitz’ unerbittlichem Siegeswillen und seiner direkten Art.
Co-Trainer Tobias Röder übernimmt interimsweise die Verantwortung. „Dieses Pokalfinale kann für die Lausitz und die Region ein Fußballfest werden“, so Röder, der sich an das Duell vor ein paar Jahren in Luckenwalde erinnert, das weniger harmonisch verlief. Er hofft auf eine friedliche Atmosphäre und ein würdiges Kräftemessen zwischen den beiden Vereinen.

Thiele: ein trauriger abschied vom cottbus
Doch nicht nur Wollitz fehlt. Auch Timmy Thiele, der Stürmer, der die Fans immer wieder begeisterte, wird nicht auflaufen. Eine Verletzung im Abschlusstraining vor dem entscheidenden Spiel in Regensburg wirft einen Schatten auf seine Zukunft in Cottbus. Sein Vertrag läuft aus, und die Zeichen stehen nicht auf eine Verlängerung. Nach einer enttäuschenden Saison ohne Tor und nur wenigen Einsatzminuten gilt Thiele als Abgangskandidat Nummer eins. Für den 34-Jährigen könnte das Pokalfinale somit ein bittersüßer Abschied werden.
Trotz der Ausfälle will Energie Cottbus die Saison mit dem Gewinn des Landespokals krönen. Nach den ausschweifenden Feierlichkeiten auf Mallorca soll gegen den Oberligisten Krieschow der perfekte Abschluss folgen. Ob es für Röder und seine Mannschaft gelingt, diesen Wunsch zu erfüllen, bleibt abzuwarten. Die Fans hoffen auf einen letzten Triumph für ihren Aufstiegshelden, auch wenn dieser ohne ihren Trainer und einen ihrer beliebtesten Spieler ausgetragen werden muss.
