Csd hamburg: trotz terrorgefahr – festtage gehen weiter
Hamburg steht fest: Die Pride Week und der Christopher Street Day am kommenden Samstag finden statt. Nach dem furchtbaren Anschlag in Berlin, der drei Menschenleben forderte und viele weitere traumatisierte, hat die Hansestadt ihre Sicherheitsvorkehrungen auf das Höchste gesteigert, aber die Angst darf die Lebensfreude nicht besiegen – so die klare Botschaft aus Politik und Polizei.

Die angst ist greifbar, aber die entschlossenheit stärker
Die Bilder aus Berlin hallen nach. Das ohrenbetäubende Knall, die panische Flucht, die Bestürzung – all das lastet schwer auf dem Bewusstsein. Dass nun auch in Hamburg, wo am Samstag voraussichtlich 250.000 Menschen zur Demonstration erwartet werden, erhöhte Alarmbereitschaft herrscht, ist folgerichtig. Doch eine Absage kommt für die Verantwortlichen nicht in Frage. Heiko Teggatz, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, hat es deutlich gesagt: Eine Kapitulation vor dem Terror wäre das falsche Signal.
Die Polizei setzt auf ein bewährtes Sicherheitskonzept, das nun um zusätzliche Maßnahmen ergänzt wurde. Dazu gehört ein verstärkter Strecken- und Ordnungsdienst, technische Sperren gegen Fahrzeugangriffe und eine insgesamt deutlich sichtbare Präsenz der Beamten. „Ob vor, während oder nach der Demo, wir werden für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr präsent und ansprechbar sein“, versichert ein Polizeisprecher.
Die queere Community steht fest zu ihrer Sache. Die Pride Week ist mehr als nur eine Demonstration; sie ist ein Zeichen der Vielfalt, der Toleranz und der Selbstbestimmung. Und genau diese Werte sollen nicht von Angst und Terror überschattet werden. Auch andere Städte wie Schleswig-Holstein, Bonn, Aachen und Hannover reagieren mit erhöhten Sicherheitsvorkehrungen auf die Anschlagsgefahr. So wird beispielsweise der „Queer Wednesday“ beim Maschseefest in Hannover durch zusätzliche Straßensperren geschützt.
Das größte Risiko, so scheint es, besteht in zwei möglichen Szenarien: Einerseits könnten weitere Islamisten Anschläge planen, andererseits besteht die Gefahr von Nachahmungstätern, die sich durch die Tat in Berlin ermutigt fühlen. Die Sicherheitsbehörden arbeiten fieberhaft daran, diese Gefahrenquellen zu identifizieren und zu neutralisieren. Die Zahl der Einsatzkräfte wird deutlich erhöht, um auch im Falle eines Angriffs schnell und effektiv reagieren zu können.
Die Kerzen im Berliner Tiergarten, das Schweigen der Trauernden – diese Bilder mahnen uns, wachsam zu sein, aber nicht in Furcht zu erstarren. Die Stärke der Zivilgesellschaft liegt darin, sich nicht einschüchtern zu lassen, sondern weiterhin für ihre Überzeugungen einzustehen. Und so wird Hamburg am Samstag ein Zeichen setzen – ein Zeichen der Hoffnung, der Solidarität und des Unbeugsamen.
