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Deutschland holt auf: bundesregierung plant eigene wohnungsbaugesellschaft

Berlin – Angesichts des chronischen Wohnungsmangels in Deutschland plant Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) die Gründung einer eigenen bundesweiten Wohnungsbaugesellschaft. Die Maßnahme, die sie als „Gamechanger“ bezeichnet, soll den Wohnungsbau im Land ankurbeln und die Versorgungssituation verbessern.

Hubertz setzt auf eigene gesellschaft

Hubertz setzt auf eigene gesellschaft

Die Idee, eine staatliche Wohnungsbaugesellschaft zu gründen, verfolgt Hubertz seit längerem. Bisher richten sich die Aufgaben der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) primär an die Bedürfnisse der Bundesbediensteten. „Wir brauchen Wohnungen für die breite Bevölkerung – deshalb die Gründung einer eigenen Gesellschaft“, erklärte Hubertz in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hatte bereits zuvor eine verstärkte staatliche Beteiligung am Wohnungsbau gefordert.

Die Umsetzung des Vorhabens erfordert jedoch eine Änderung des Grundgesetzes. Hubertz betonte, dass es neben der Gründung der Gesellschaft ein umfassenderes Reformpaket geben müsse, dessen Ausgestaltung die kommenden Sommermonate bestimmen wird. Die SPD will sich von dem Image der „Reformverhinderer“ distanzieren, das sich nach den enttäuschenden Ergebnissen bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz festgesetzt hat. Hubertz sieht in der Umsetzung der Wohnungsbaugesellschaft eine Möglichkeit, das Versprechen früherer Generationen wiederzubeleben: „Dass man weiß, wenn man sich reinhängt, kann man sich ein gutes Leben leisten – ein Häusle oder eine Wohnung.“

Die Gespräche über die notwendigen Reformen laufen bereits seit einiger Zeit. Es wird ein komplexes Puzzle, das weit über die Gründung einer einzelnen Gesellschaft hinausgeht. Die Finanzierung und die räumliche Verteilung der Wohnprojekte stellen weitere Herausforderungen dar. Die Regierung will jedoch deutlich machen, dass sie die Wohnungsnot ernst nimmt und bereit ist, massive Investitionen zu tätigen. Die Initiative könnte einen Wendepunkt darstellen – wenn sie erfolgreich umgesetzt wird.