Dhfk leipzig: abstiegskampf am limit – und der plan für die 2. liga
Leipzig, Sachsen – Der SC DHfK Leipzig steht vor dem Abgrund. Nach elf Jahren in der Handball-Bundesliga droht der Absturz in die Zweite Liga, und das schon am Sonntag gegen die vermeintlich sicheren Meister Füchse Berlin. Es geht nicht mehr um den Sieg, sondern um Schadensbegrenzung – und um das Torverhältnis, das in der Endabrechnung noch über den Verbleib entscheiden könnte.
Die bittere wahrheit: ein umbruch war nötig
Die Saison begann mit großen Erwartungen, doch die Realität holte die Leipziger früh ein. Experten hatten den möglichen Abstieg bereits im Vorfeld prognostiziert, doch in der Sachsenmetropole schien man das zunächst nicht ernst nehmen zu können. Der resultierende Druck führte zum Rauswurf von Trainer Raul Alonso und Sportchef Bastian Roscheck – ein Zeichen der Verzweiflung, das die Tiefe der Krise offenbart.
Geschäftsführer Karsten Günther, der den Klub einst von der Fünften Liga an die Spitze geführt hat, weiß, was am Ende auf dem Spiel steht. „Alles andere wäre unverantwortlich“, so Günther, der zusammen mit Stefan Kretzschmar, einem ehemaligen Aufsichtsrat, die DHfK wieder aus der Versenkung geholt hat. Das Duo hat die sportliche Tradition des Vereins wiederbelebt – 1966 gewann die DHfK schließlich den Europapokal der Landesmeister.

Ein plan b: der direkte wiederaufstieg
Doch die Verantwortlichen in Leipzig denken bereits über den Fall des Super-Gau hinaus. Der Plan: Sollte der Abstieg unausweichlich sein, soll der direkte Wiederaufstieg in die Bundesliga gelingen. „Wir wollen der 19. Bundesligist sein“, kündigt Günther mit einem Augenzwinkern an. Ein Etat von fünf Millionen Euro – deutlich weniger als die 8,5 Millionen in der Bundesliga – soll dafür sorgen, dass der Klub in der 2. Liga die Segel setzt. Die Spieler müssen auf 20 bis 30 Prozent ihres Gehalts verzichten, doch Stars wie Torwart Tomas Mrkva, der deutsche Nationalspieler Franz Semper und Kapitän Lukas Binder wollen dem Verein treu bleiben.
Die Quarterback Immobilien Arena mit ihren 6.000 Zuschauern soll weiterhin als Heimspielstätte dienen, wobei die Betreiber dem Verein finanziell entgegenkommen. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, eine Mischung aus Hoffnung und Pragmatismus, die den SC DHfK Leipzig in dieser schwierigen Phase kennzeichnet. Das Torverhältnis ist nun eine Frage der Ehre.
Die Partie gegen die Füchse Berlin wird live und kostenfrei auf BILD.de und im Free-TV auf WELT TV übertragen (Anwurf 15 Uhr). Ob es den Leipzigern gelingt, den Abgrund zu verlassen, wird sich zeigen. Aber eines ist klar: Die Geschichte des SC DHfK Leipzig ist noch lange nicht zu Ende.