Donnarummas papierkrieg: karma trifft italienischen fußball
Manchester Citys Torwart-Star Gianluigi Donnarumma hat in der WM-Playoff-Partie gegen Bosnien ein Szenario ausgelöst, das die Fußballwelt in helle Aufregung versetzt hat: Der Versuch, ein Stück Papier zu zerreißen, das offenbar Spickzettel seines Gegenübers enthielt, endete in einer bitteren Niederlage für Italien und dem spöttischen Triumph für Bosnien.

Ein elfmeter-drama und die frage nach dem karma
Die Szene, die sich während des Elfmeterschießens abspielte, ging um die Welt. Donnarumma, unter Druck stehend, versuchte, das Papier zu vernichten, das offenbar die Strafstoßreihenfolge der bosnischen Mannschaft enthielt. Nikola Vasilj, der bosnische Torwart von St. Pauli, bestätigte später, dass es sich tatsächlich um einen Spickzettel handelte. Eine Kopie des Zettels befand sich im Besitz des bosnischen Staffs, was Donnarummas Aktion noch fragwürdiger erscheinen lässt.
Bosnien gewann das Elfmeterschießen mit 4:1 und buchte damit überraschend den Ticket zur WM in den USA, Kanada und Mexiko. Italien muss erneut vorzeitig zuhause bleiben – zum dritten Mal in Folge verpasst die Squadra Azzurri ein Weltmeisterschaftsturnier. Ein herber Schlag für den italienischen Fußball, der einst für seine Dominanz bekannt war.
Vasilj selbst kommentierte die Ereignisse mit einem Augenzwinkern: „Ich will das gar nicht zu sehr kommentieren. Ich bin nur froh, dass wir das Spiel gewonnen haben“, sagte der 30-Jährige. Und fügte mit einem Lächeln hinzu: „Manche Leute sagen, es war Karma!“ Ein Begriff aus der buddhistischen und hinduistischen Philosophie, der besagt, dass jede Handlung – positiv oder negativ – Konsequenzen hat.
Die Ironie der Lage: St. Pauli, Vasiljs Verein, könnte im Sommer gleich fünf Spieler zur WM schicken. Das allein bringt dem Verein eine beträchtliche Summe ein. Vasilj selbst schilderte, wie er die Situation erlebt hat: „Es war das erste Mal, dass mir so etwas passiert ist. Am Anfang konnte ich es gar nicht glauben. Dann habe ich versucht, den Schiedsrichter zu überzeugen, dass es eine Gelbe Karte ist.“ Donnarumma hätte damit seine zweite Gelbe Karte erhalten.
„Das war wirklich unsportlich“, so Vasilj. Und er fügte hinzu, dass die Aktion letztlich sinnlos war, da sein Team bestens vorbereitet war: „Wir waren gut vorbereitet. Unser Staff hatte eine Kopie des Zettels. Das wusste ich nicht. Den haben sie mir dann gegeben.“ Die Italiener verschossen im Elfmeterschießen zwei Schüsse, während Bosnien traf und damit zum zweiten Mal nach 2014 ein WM-Ticket löste.
Die Niederlage wirft Fragen nach der Einstellung und Mentalität der italienischen Mannschaft auf. War es Überheblichkeit, Arroganz oder einfach nur mangelnde Konzentration, die zu diesem bitteren Ausgang geführt hat? Die Debatte wird in Italien sicherlich anhalten.
Vasilj hingegen genoss den Triumph: „Das ist ein großes Ding für unser Land. Ich bin glücklich, dass ich diese Erfahrung machen kann.“ Ein Sieg, der nicht nur durch fußballerisches Können, sondern auch durch eine gehörige Portion Glück und vielleicht tatsächlich durch Karma errungen wurde. Die WM 2026, ausgetragen in drei Ländern, wird 48 Teams statt 32 beherbergen. Es bleibt abzuwarten, ob Italien in der erweiterten Riege wieder eine Rolle spielen kann.
