Dresden: fußballspiel eskaliert – hooligan-gewalt überschattet sieg
Dresden – Was als Spitzenspiel der zweiten Bundesliga begann, endete in einem Albtraum aus Gewalt und Pyrotechnik. Hertha BSC gewann am Samstagabend zwar mit 1:0 gegen Dynamo Dresden, doch der Sieg wurde von hässlichen Ausschreitungen der beiden Fanlagern überschattet, die den Sport in den Hintergrund drängten.
Eskalation im k-block: eine hertha-fahne als zündfunke
Der Auslöser für die Eskalation liegt im K-Block der Dynamo-Ultras, wo eine Hertha-Fahne auf überraschende Weise auftauchte – vermutlich gestohlen. Begleitet von einem provokanten Gesang, entfachte diese Geste die Wut der Berliner Anhänger. Die Stimmung kochte über, und es kam zu einem gewaltsamen Überfall auf den Innenraum.
Hertha-Fans stürmten den Rasen und warfen Pyrotechnik in die angrenzenden Blöcke mit Dresden-Fans. Die Polizei war mit einer Hundertschaft rasch vor Ort, um die Lage zu beruhigen, doch die Ereignisse überschlugen sich. Dynamo-Chaoten antworteten mit einem Gegenangriff, rannen in Richtung des Gästebereichs, wo es kurzzeitig zu einer Konfrontation zwischen etwa 100 Dresdnern und 30 Berlinern kam. Die Ordnungshüter brachten die Situation schließlich unter Kontrolle, mussten aber erneut einschreiten, als die Dresdner die gestohlene Hertha-Fahne in Brand setzten.
Die Partie musste für rund 20 Minuten unterbrochen werden. Die Spieler hatten sich in die Kabinen geflüchtet, während draußen die Gewalt eskalierte. Die Bilder von brennenden Fahnen und randalierenden Fans sind ein Schlag ins Gesicht für den gesamten Fußball.

Pyro, platzverweis und ein eigentor: das sportliche drama
Schiedsrichter Sven Jablonski nahm das Spiel nach der 20-minütigen Zwangspause wieder auf. Die Atmosphäre im Rudolf-Harbig-Stadion war jedoch nachhaltig vergiftet. Bereits nach drei Minuten musste das Topspiel wegen Pyrotechnik im Gästebereich der Herthaner und Feuerwerkskörper vor dem Stadion unterbrochen werden.
Sportlich verlief der Abend ebenfalls turbulent. Herthas Josip Brekalo sah in der 66. Minute die rote Karte nach einem brutalen Foul an Dresdens Robert Wagner. Elf Minuten später verwarf Dynamo die Chance zum Ausgleich, als Tjark Ernst einen Elfmeter parierte. Der Sieg für Hertha fiel dann durch ein Eigentor von Alexander Rossipal in der 80. Minute, das den Ball unglücklich ins eigene Tor lenkte.
Nach dem Spiel verließen Teile der Hertha-Ultras den Gästeblock, und die komplette aktive Fanszene reiste noch während der zweiten Hälfte ab. Beide Geschäftsführer, Stephan Zimmermann von Dynamo Dresden und Dr. Peter Görlich von Hertha BSC, verurteilten die Ausschreitungen auf das Schärfste. Zimmermann nannte es einen „Schuss in den Ofen“, während Görlich die Szenen als „nichts mit Fußball zu tun“ bezeichnete und sich bei allen Beteiligten im Stadion entschuldigte.
Die Ereignisse in Dresden zeigen einmal mehr, wie schnell Fußballspiele in Gewaltorgien ausarten können. Die Frage, wie der Fußball mit solchen Hooligan-Aktionen umgehen soll, bleibt offen. Die Polizei wird nun Ermittlungen gegen die Verantwortlichen einleiten. Die Narben dieses Abends werden noch lange nachwirken.
