Drohnen-Vorfälle stellen deutsche Sicherheitsbehörden vor Herausforderungen
Leipzig – Drohnen, obwohl relativ klein, überfordern zunehmend die deutschen Sicherheitsbehörden. Seit Ende 2024 recherchiert Christopher Isak zu Drohnen-Vorfällen in Deutschland. Der jüngste Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle verdeutlicht: Die Behörden sind dieser Gefahr nicht gewachsen.
Innenministerkonferenz nimmt Drohnen-Thematik auf
Die Problematik wurde bei der Innenministerkonferenz im Dezember 2024 durch Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) auf die Tagesordnung gesetzt. Ein Ermittler äußerte damals: „Wir wissen nicht, was da oben in der Luft ist, aber wir wissen, dass da etwas in der Luft ist.“ Bereits drei Monate zuvor hatte das Bundesinnenministerium dem Bundeskriminalamt (BKA) den Auftrag erteilt, ein Lagebild „Tatmittel Drohne“ zu erstellen.

Russland als Hauptverdächtiger
Obwohl es keine konkreten Hinweise auf eine staatliche Steuerung durch andere Mächte gibt, vermuten Ermittler in den meisten Fällen Russland als Drahtzieher. Dabei werden häufig sogenannte Low-Level-Agents eingesetzt, die für wenige Hundert Euro beauftragt werden, über bestimmte Gebiete zu fliegen.

Gefährdung kritischer Infrastruktur
Es häuften sich Drohnenflüge über kritischer Infrastruktur, darunter Bundeswehrstandorte mit ukrainischen Soldaten, LNG-Terminals und Rüstungsunternehmen, die Munition für den Ukraine-Krieg liefern. Die Bundeswehr spielte die Vorfälle teilweise herunter, betonte aber, dass alles unter Kontrolle sei. Die Berichte zeigen jedoch, dass Drohnenabwehrsysteme in den meisten Fällen wirkungslos waren, auch im aktuellen Fall in Leipzig.
Drohnenabwehrzentren als Fassade?
Ein Busfahrer konnte die Bomben-Drohne in Leipzig zum Boden bringen, nicht die Drohnenabwehr. Die Flughafen-Drohnenabwehr detektierte lediglich die zweite Drohne, die vermutlich mit einem Frachtflieger kollidierte. Öffentlichkeitswirksam wurden Drohnenabwehrzentren beim Bund und in Bayern eingerichtet. Experten warnten jedoch, dass diese primär dem Informationsaustausch dienen könnten und militärisch genutzte Drohnen kaum orten und abwehren können, da diese teilweise auf Frequenzen operieren, die für Abwehrsysteme nicht feststellbar sind. Die Öffentlichkeit wurde getäuscht und ein falsches Gefühl von Sicherheit vermittelt.
