Eu verschärft tierschutz: mikrochip-pflicht für hunde und katzen

Straßburg – Die Europäische Union nimmt den Kampf gegen den illegalen Tierhandel mit aller Härte entgegen. Ab sofort müssen Hunde und Katzen in allen Mitgliedsstaaten mit einem Mikrochip identifizierbar sein, eine Regelung, die nun nach langem Hin und Her offiziell bestätigt wurde.

Lange übergangsfristen für bestandstiere

Die neuen Vorschriften bringen eine deutliche Einschränkung für Tierhalter. Während Verkäufer und Züchter ab dem vierten Jahr nach Inkrafttreten nur noch gechippte Tiere anbieten dürfen, gelten die Pflichten für Privatbesitzer erst ab zehn Jahren für Hunde und fünfzehn für Katzen. Diese Verlängerung soll den bereits in Haushalten lebenden Tieren entgegenkommen. Eine pragmatische Lösung, um den Bestand nicht unnötig zu belasten.

Die EU-Kommission wird bis Juli 2030 konkrete Definitionen für „extreme Merkmale“ bei Tieren festlegen – ein Schritt, der insbesondere bei Hunden mit flachen Nasen, die häufig unter Atemnot leiden, von Bedeutung sein dürfte. Die genauen Kriterien sollen sicherstellen, dass Zuchtpraktiken ethisch vertretbar sind und kein Leid verursacht wird.

Datenbank für alle tiere

Datenbank für alle tiere

Um die Rückverfolgbarkeit zu verbessern und den illegalen Handel zu erschweren, sollen alle Haustiere in eine zentrale, nationale Datenbank aufgenommen werden. Die Länder werden die Daten austauschen, sodass im Falle einer Vermissschaft das Tier schnell wieder seinem Besitzer zugeordnet werden kann. Ein deutlicher Gewinn für den Tierschutz, der die Sicherheit der Tiere erhöht.

Die deutsche Abgeordnete Manuela Ripa hatte bereits vor der endgültigen Festlegung auf eine frühere Einführung der Chip-Pflicht gedrängt. Ihre Forderung spiegelt die Sorge wider, dass der illegale Handel mit Tieren weiterhin eine ernsthafte Bedrohung darstellt. Die jährlichen Umsätze im Tierhandelssektor in der EU belaufen sich auf rund 1,3 Milliarden Euro – ein beträchtlicher Betrag, der nun stärker reguliert werden soll.

Millionen tiere betroffen

Über 72 Millionen Hunde und 83 Millionen Katzen leben derzeit in der Europäischen Union. Die geänderten Regelungen sind somit ein weitreichendes Thema mit erheblichen Auswirkungen auf die Tierhaltung und den Tierschutz. Die Implementierung wird jedoch nicht ohne Herausforderungen verlaufen – insbesondere im Hinblick auf die technischen Voraussetzungen und die Akzeptanz in der Bevölkerung. Es bleibt abzuwarten, wie sich die neuen Vorschriften tatsächlich auf den illegalen Tierhandel auswirken werden.