Fairplay-geste in hamburg: augsburgs gregoritsch klärt schiedsrichterfehler
Volle Hütte im Volkspark! Der Hamburger SV und der FC Augsburg trennten sich gestern Abend mit einem überraschenden 1:1. Doch es war nicht nur das Ergebnis, das die Zuschauer in Atem hielt, sondern eine bemerkenswerte Szene, die das Bild einer ansonsten kampfbetonten Partie nachhaltig prägte: Fairplay auf höchstem Niveau, initiiert von Augsburgs Michael Gregoritsch.
Ein fehlurteil und seine folgen
Die Partie begann vielversprechend für die Gäste. Arthur Chaves brachte Augsburg in der 22. Minute in Führung, ein Treffer, der zunächst nur der Auftakt einer turbulenten zweiten Hälfte zu sein schien. Kurz vor dem Halbzeitpfiff kam es dann zu dem strittigen Moment: Gregoritsch traf Vieira am HSV-Strafraum, verlor das Gleichgewicht und schlug zu Boden. Schiedsrichter Deniz Aytekin, bekannt für seine pointierte Entscheidungsfindung, entschied fälschlicherweise auf Freistoß für den HSV. Beide Spieler lagen verletzt am Boden, die Behandlungspause des Portugiesen Vieira zog sich unnötig in die Länge. Gregoritsch nutzte die Zeit, um bereits mit dem vierten Offiziellen zu sprechen, während Aytekin sich offenbar nicht sicher war.
Statt des erwarteten Freistoßes kam es dann zu einer überraschenden Wendung: Aytekin lief zu Gregoritsch und tauschte sich mit ihm aus. „Er hat mich gefragt, wie ich die Situation aus meiner Sicht empfunden habe. Ich bin auf ihm gelandet. Das habe ich ihm auch so gesagt“, erklärte Gregoritsch nach dem Spiel der Bild-Zeitung. Aytekin revidierte seine Entscheidung und ordnete stattdessen einen Einwurf für Augsburg an. Eine Geste, die weit über das sportliche Geschehen hinausging – eine Anerkennung der Ehrlichkeit und des fair play-orientierten Verhaltens von Gregoritsch. Der Österreicher, der zwischen 2015 und 2017 selbst beim HSV spielte, demonstrierte damit, dass Fußball mehr ist als nur Sieg oder Niederlage.

Glatzel mit überraschendem comeback, muheim mit platzverweis
Die zweite Hälfte gehörte dann dem HSV. Robert Glatzel, der nach einer öffentlichen Auseinandersetzung mit dem Verein kurzzeitig aus dem Kader gestrichen worden war, feierte ein überraschendes Comeback und bereitete den Ausgleichstreffer vor. Miro Muheim brachte den Ball präzise auf Glatzel, der diesen direkt weiter auf Ransford Königsdörffer verlängerte. Dieser ließ Dahmen keine Chance und markierte den Ausgleichstreffer in der 60. Minute. Doch die Freude der Hamburger währte nur kurz. Nur vier Minuten später sah Muheim nach einem unglücklichen Rutsch und einem Foul an Kade die rote Karte.
In Überzahl versäumte es Augsburg, die Führung zu erzielen. Gregoritsch vergab zweimal knapp. Auf der anderen Seite hatte der HSV ebenfalls Pech. Keven Schlotterbeck produzierte fast das Eigentor des Jahrhunderts, als er den Ball auf Kopfhöhe zu Dahmen spielte, der ihn mit der Brust verfehlte und die Latte traf. Ein Moment, der das Spielgeschehen auf den Kopf stellte und die Spannung bis zur letzten Sekunde hochhielt.
Die Punkteteilung spiegelt die Dramatik des Spiels wider. Doch es ist Gregoritsch' Fairplay-Geste, die dieser Partie eine besondere Note verleiht – ein Zeichen dafür, dass im Profifußball trotz des harten Kampfes um den Sieg auch Werte wie Ehrlichkeit und Respekt eine wichtige Rolle spielen können.
