Familie h: jahre der straflosigkeit in stuttgart – wie abschiebungen scheitern
Stuttgart/Berlin – Eine syrische Großfamilie mit einer langen Liste von Straftaten hat jahrelang in Deutschland gelebt, während Abschiebungen wiederholt scheiterten. Die Dokumentation "RONZHEIMER – Wie geht’s, Deutschland?" zeigt erschreckende Details und wirft Fragen nach der Wirksamkeit der deutschen Ausländerpolitik auf.
Familie h: ein fall für den sonderstab
Die Familie H, bestehend aus 17 Mitgliedern, erreichte Deutschland 2015 als anerkannte Flüchtlinge. Doch statt sich zu integrieren, entwickelte sich das Leben der Familie zu einer Kette von Vorfällen: Diebstahl, Erpressung, versuchter Totschlag. Sechs Mitglieder hatten bereits Haftstrafen verbüßt.
Die Dokumentation, die am Dienstag um 20.15 Uhr auf Sat.1 und Joyn ausgestrahlt wird, beleuchtet den Fall durch die Augen von BILD-Vize Paul Ronzheimer. Er trifft den Vermieter der Familie, Faruk Saygin, der offenlegt, dass die Familie monatlich 10.000 Euro vom Jobcenter erhielt – eine Summe, die für jahrelange Wohnkosten ausreichte. Rechnungen für unbezahlte iPhones stapeln sich noch immer.
Ein besonders brutaler Vorfall ereignete sich im Juni 2024, als drei der vier Brüder – Mohammed (23), Khalil (17) und Jamil (27) – mit einem Messer einen Mann lebensgefährlich verletzten. Der jüngste der Brüder hatte zu diesem Zeitpunkt bereits 34 Straftaten auf dem Konto.
Ronzheimer spricht mit einem Ermittler des Sonderstabs für gefährliche Ausländer, der unter Ausschluss der Identität über die Strategien berichtet, die genutzt wurden, um die Familie zum Verlassen Deutschlands zu bewegen. „Wir haben der Familie aufgezeigt, dass ihr Aufenthalt in Deutschland zunehmend unattraktiv gemacht wird, indem wir Sozialleistungen wiederholt prüfen und einschränken.“ Die Taktik der „1000 Nadelstiche“, wie der Ermittler es nennt, erwies sich letztendlich als erfolgreich.

Verlorene dokumente und angst vor dem anführer
Faruk Saygin zeigt Ronzheimer im Haus, in dem die Familie jahrelang lebte. In einem Steingrill werden verbrannte Dokumente gefunden, die die Angst der Kinder vor dem Familienoberhaupt verdeutlichen. „Die Kinder hatten viel Angst vor dem Anführer“, so Saygin. Die Miete wurde stets pünktlich vom Jobcenter bezahlt, was die Frage aufwirft, ob die Sozialleistungen die Familie überhaupt dazu angetrieben haben, sich zu integrieren.
Der Sonderstab für gefährliche Ausländer war für die Umsetzung der Abschiebung verantwortlich und nutzte eine Strategie der stetigen Einschränkung von Leistungen, um die Familie zu einem Ausreisen zu bewegen. Die hohe Summe von 10.000 Euro monatlich, die das Jobcenter an die Familie überwies, steht im krassen Gegensatz zu dem Bild einer Familie, die eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellt.
Die Abwicklung dieser Fall zeigt auf erschreckende Weise die Grenzen der deutschen Ausländerpolitik und die Schwierigkeit, gefährliche Personen effektiv aus dem Land zu entfernen.
Die Dokumentation "RONZHEIMER – Wie geht’s, Deutschland?" zeigt nicht nur die Geschichte der Familie H, sondern wirft auch ein Schlaglicht auf die bürokratischen Hürden und die komplexen Herausforderungen bei der Umsetzung von Abschiebungen.
Die Erfahrung der Familie H ist ein Mahnmal. Sie zeigt, dass die Integration nicht immer gelingt und dass die Grenzen der Toleranz irgendwann erreicht sind.