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Ferrari-trance: 20.000 euro für ein wrack?

Saint-Étienne (Frankreich) – Ein Schnäppchen, das sich als Albtraum entpuppte. Lucien Cupif, ein Werkstattbesitzer, kaufte für gerade mal 20.000 Euro einen Ferrari 612 Scaglietti aus dem Baujahr 2004. Ein Deal, der sich als teurer als jede Rechnung erwendete.

Ein v12, der mehr aushalten musste, als gedacht

Der Wagen, eine Rarität mit V12-Motor und 540 PS, stand jahrelang unbewegt. Schon der Anblick im Cockpit offenbarte das Ausmaß des Problems: Blinkende Warnleuchten, ein bordkompletter Fehlerzustand und ein Reifendruckkontrollsystem, das längst seinen Dienst quittiert hatte. Die Karosserie, einst leuchtend gelb, erzählte von Jahrzehnten der Vernachlässigung – schimmelnde Stellen und ein stark zersetztes Aluminium am Windschutzscheibe.

Cupif, der sich zunächst beruhigt hatte, als der Motor anspringt, fand sich bald mit einem Berg an Mängeln konfrontiert. Getriebe, Bremsen und Stoßdämpfer zeigten deutliche Defizite. Die Hinterachse klackerte, die Bremsen schwächten sich ab. Das war erst der Anfang.

Die reparaturrechnung – eine unerwartete überraschung

Die reparaturrechnung – eine unerwartete überraschung

Die Instandsetzung erwies sich als teurer als erwartet. Nach 17.500 Euro, inklusive Kaufpreis, konnte Cupif seinen Ferrari nur mit Mühe retten. Ein gebrauchter Scaglietti in diesem Zustand hätte zwischen 70.000 und 90.000 Euro kosten müssen. Ein Wagnis, das sich als teurer als eine Luxuslimousine entpuppen ließ.

Dennoch: Die Neuanlage der Kupplung, die nur 1.000 Kilometer gelaufen war, hätte ohne den Kauf 15.000 Euro gekostet. Ein kleiner Lichtblick in dieser finanziellen Katastrophe. Ein Deal, der zeigt: Manchmal zahlt sich ein Risiko aus – wenn man die Risiken richtig einschätzen kann. Aber Vorsicht: Ein Ferrari dieser Art braucht mehr als nur einen neuen Lackauftrag. Der V12-Motor benötigt eine umfassende Überholung durch Fachleute. Ein Rennen gegen die Zeit, um das letzte Stück Geschichte zu erhalten.