Fortuna dümpelt ab: susos platzverweis kennzeichnet den selbstzerstörungsmodus

Düsseldorf – Ein 0:3 in Lautern, das wie so viele andere Niederlagen in dieser verkrampften Saison der Fortuna wirkt: eine Mischung aus Unvermögen, Pech und – offen gesagt – Fehleinsätzen, die man sich selbst zuzuschreiben hat. Der frühe Platzverweis von Sima Suso wirkte wie der Sargnagel, doch die eigentliche Tragödie liegt tiefer: Fortuna scheint in einem Teufelskreis der Selbstzerstörung gefangen.

Die hand im sack – und die rote karte

Schiedsrichter Daniel Schlager hatte in der 22. Minute die Entscheidung getroffen: Rot für Sima Suso. Der Youngster hatte Norman Bassette am Arm gefasst, um dessen Lauf zum Tor zu unterbinden. Eine dumme Aktion, zweifellos, aber eine, die sich in der aktuellen Situation fatal auswirkte. Fortuna suchte mal wieder nach Sündenböcken, anstatt die eigene Verantwortung zu übernehmen. Der Vorwurf an den Schiedsrichter ist ein billiges Ablenkungsmanöver, denn Susos Verhalten ist kein Einzelfall.

Das Problem liegt im Detail: Beobachtet man Suso im Training, so fällt auf, dass er stets die Hände im Spiel hat, oft zu früh greift und so schon mehrfach die Zornesrede eines Mitspielers ausgelöst hat. Nun wurde diese Tendenz in der Bundesliga bestraft – mit verheerenden Folgen. Es ist nicht die erste Fehlentscheidung eines Fortuna-Spielers in dieser Saison.

Eine serie von platzverweisen – ein spiegelbild der nervosität

Eine serie von platzverweisen – ein spiegelbild der nervosität

Die Bilanz ist erschreckend: Tim Oberdorf sah am ersten Spieltag in Bielefeld Gelb-Rot, gegen Schalke folgte kurz darauf eine weitere Gelb-Rote Karte. Auch Elias Egouli und Jesper Daland mussten frühzeitig den Platz verlassen. Die fünf bereits verhängten Platzverweise sind in der zweiten Liga nur von Braunschweig übertroffen worden – und bei diesen ist die Situation ebenfalls alles andere als rosig. Die Tatsache, dass Fortuna nach jedem Platzverweis reihenweise Gegentore kassiert (das Torverhältnis bei 10 gegen 11 liegt bei 0:8), spricht Bände über die taktische und kämpferische Marschrichtung der Mannschaft.

Es ist nicht allein die Frage, ob die Schiedsrichterentscheidungen immer korrekt waren. Vielmehr zeigt die Häufung von Platzverweisen und die Unfähigkeit, in Unterzahl die Wende zu schaffen, eine tieferliegende Problematik auf. Fortuna Düsseldorf patzt nicht nur in der taktischen Ausrichtung und im Spielaufbau, sondern auch in den entscheidenden Zweikämpfen. Die Spieler scheinen von einer lähmenden Nervosität geprägt, die sich in unüberlegten Aktionen äußert.

Die Verantwortlichen sollten sich nicht länger auf äußere Umstände oder Schiedsrichterentscheidungen berufen. Der Abstieg droht und die Mannschaft muss endlich die Kurve bekommen. Sonst wird aus dem ambitionierten Zweitligisten ein Abstiegskandidat der Drittklassigkeit – ein Szenario, das für den Fünf-Sterne-Club aus Düsseldorf unfassbar wäre.