Frühlingserwachen mit frostiger kehle: kaltlufteinbruch überrascht deutschland

Der März, der bislang noch sonnenbeschienen und fast schon sommerlich mild auf uns zukam, zeigt plötzlich eine andere Seite. Ein unerwarteter Kaltlufteinbruch bringt am Wochenende Temperaturen, die eher an den Winter erinnern – allerdings ohne gleich die dicken Mäntel aus dem Schrank zaubern zu müssen.

Ein skandinavischer gast bringt kühle luft

Die Ursache für diesen plötzlichen Temperatursturz liegt in einer schwachen Kaltfront, die aus Skandinavien nach Deutschland zieht. Meteorologe Dr. Karsten Brandt, Gründer von Donnerwetter.de, erklärt: „Am Freitag erreicht uns diese Front, und zum Wochenende liegt insbesondere Süddeutschland und der Osten im Einflussbereich eines sogenannten Kaltlufttropfens.“ Dieser Tropfen, eine isolierte Blase aus extrem kalter Luft in der Troposphäre – also in fünf bis zehn Kilometern Höhe – ist es, die für die Abkühlung verantwortlich ist. Es ist ein Phänomen, das man durchaus als geteiltes Märzwetter bezeichnen kann.

Die Veränderung ist bemerkenswert: Nach zwei Wochen, in denen es in Deutschland vereinzelt bis zu 18 oder 19 Grad Celsius warm wurde, fallen die Temperaturen in den kommenden Tagen auf 11 bis 15 Grad zurück. Im bayerischen Oberland drohen sogar nur noch 8 Grad, während es im Rheinland etwas milder bleibt mit bis zu 16 Grad. „Es ist keine dramatische Entwicklung“, so Meteorologin Tanja Netz vom Deutschen Wetterdienst (DWD), „aber die Temperatur sinkt durchschnittlich um etwa drei Grad.“

Geteiltes wettergesicht: sonne im nordwesten, schnee im süden

Geteiltes wettergesicht: sonne im nordwesten, schnee im süden

Das Wettergesicht am Samstag ist gespalten. Während der Nordwesten Deutschlands weiterhin von sonnigen Abschnitten profitieren kann, ziehen sich im Südosten dichte Wolken zusammen und es kommt zu etwas Niederschlag. Dominik Jung, vom Wetterdienst Q.met, beschreibt es treffend als „typisches März-Gesicht“. Oberhalb von 1200 Metern in den Alpen ist sogar mit Schnee zu rechnen. Ein Tiefdruckgebiet aus Tschechien könnte zudem im südlichen Deutschland etwas Regen bringen, wobei auch kurzfristig Schneefälle im Bergland nicht ausgeschlossen sind. Das Schauerrisiko ist insbesondere im Schwarzwald und südlich der Donau erhöht.

Doch keine Sorge, der Winter ist noch lange nicht zurück. Bereits am Sonntag bessert sich das Wetter deutlich auf. Die Schauer lassen nach und die Temperaturen ziehen wieder etwas an. „Der Sonntag wird der freundlichere Tag des Wochenendes“, verspricht Dr. Brandt. Die Temperaturen klettern wieder in angenehmere Gefilde.

Die Expertenmeinungen von Dr. Karsten Brandt, Dominik Jung und Tanja Netz, allesamt ausgewiesene Meteorologen, bestätigen einheitlich: Es ist ein vorübergehender Kaltlufteinbruch, der das Frühlingserwachen kurzzeitig unterbricht. Ein warmer Pullover mag am Wochenende nicht schaden, doch die Winterkleidung kann vorerst im Schrank verbleiben. Die Sonne kehrt zurück – und mit ihr die Hoffnung auf einen milden Frühling.