Gabriel fordert direkte verhandlungen mit putin – scholz kritisiert afd-unterstützung
- Trump-verhandlungen als sackgasse: gabriel warnt vor eskalation
- Schröder als vermittler? – merkel lehnt ab
- Merkels kurs: «in wahrheit hat sie recht gehabt»
- Deutschland im visier putins – afd als nährboden
- Spd-vergangenheit kritisiert – «kein russland-freund»
- Zusammenhalt und mandat – europäische entscheidungen notwendig
- Schlussfolgerung: die gefahr ist real, die zeit zum handeln ist jetzt
Berlin – Der frühere Bundesaußenminister Sigmar Gabriel mahnt zu direkten Verhandlungen zwischen europäischen Vertretern und Wladimir Putin, um einen Waffenstillstand in der Ukraine zu erreichen. Seine Forderung erfolgt im Kontext der anhaltenden Kritik an der Unterstützung der AfD für Russlands Politik.
Trump-verhandlungen als sackgasse: gabriel warnt vor eskalation
Gabriel erklärt, dass die bisherigen Verhandlungen unter Donald Trump wirkungslos waren und die Bombardements auf die Ukraine sogar verstärkt wurden. Er argumentiert, dass Europa nun selbst aktiv werden müsse, um eine diplomatische Lösung zu finden. «Die Fakten sprechen für sich: Er führt einen brutalen Krieg. Warum sollten wir nicht versuchen, eine Waffenstillstandsinitiative zu unterzeichnen?»

Schröder als vermittler? – merkel lehnt ab
Der frühere Außenminister schlägt auch den Einsatz von Vermittlern vor, darunter Ex-Kanzlerin Angela Merkel und der finnische Präsident Alexander Stubb. Allerdings weist er auf die Kontroversen rund um Gerhard Schröder hin, der lange Jahre als Gas-Lobbyist des Kremls fungierte. Gabriel kritisiert Schröders Rolle scharf und verweist auf den damaligen Satz Putins: «Wenn er sich aussuchen könnte, wer für Europa verhandeln soll, soll es Gerhard Schröder sein. Aber der zweite Halbsatz ist meistens nicht mitgesendet worden. In dem hat er nämlich gesagt: oder jeder andere Europäer.»

Merkels kurs: «in wahrheit hat sie recht gehabt»
Gabriel lobt Merkels Russland-Politik vor dem Kriegsausbruch. Er erinnert daran, dass sie im Europäischen Rat vor dem Konflikt eine Gruppe zur direkten Verhandlung mit Putin empfehlen wollte – eine Entscheidung, die sie medial harsch kritisiert wurde. «In Wahrheit hat sie recht gehabt. Das war das letzte Mal, dass wir eine Chance gehabt hätten, selber zu verhandeln.»

Deutschland im visier putins – afd als nährboden
Gabriel warnt vor der Aufmerksamkeit, die Putin auf Deutschland richtet. «Deutschland ist für ihn das wichtigste Beobachtungsfenster. Er kennt uns ziemlich gut, manchmal besser als wir selbst», so der ehemalige SPD-Vorsitzende. Er sieht in der AfD einen fruchtbaren Boden für den russischen Anti-Amerikanismus. «Putin weiß, warum es das gibt. Das ist nämlich ein Anti-Amerikanismus, der viel älter ist als der linke Anti-Amerikanismus.»
Spd-vergangenheit kritisiert – «kein russland-freund»
Gabriel verteidigt die frühere SPD-Politik, weist aber die Vorwürfe der Russland-Freundlichkeit zurück. «Wir waren in der Zeit, in der Putin einen Krieg gegen uns geführt hat, nicht in Russland und bei Putin. Niemand von uns ist nach Petersburg gefahren. Niemand von uns ist nach Moskau gefahren in der Zeit, in der Wladimir Putin einen vollständigen Krieg gegen die Ukraine begonnen hat.»
Zusammenhalt und mandat – europäische entscheidungen notwendig
Gabriel fordert die Europäer auf, sich zu „zusammensetzen und zu entscheiden, wer das Verhandlungsmandat kriegt“. Er betont, dass die Europäer nicht untätig bleiben dürfen. «Europäer wären dumm, wenn sie nicht versuchen würden, den Fuß in die Tür zu bekommen.»
Schlussfolgerung: die gefahr ist real, die zeit zum handeln ist jetzt
Die Lage ist ernst. Putins Brutalität und sein Verständnis der deutschen Psyche erfordern eine entschiedene europäische Reaktion. Die Zeit für halbherzige diplomatische Bemühungen ist vorbei. Die Verhandlungen mit Putin müssen jetzt beginnen – bevor es zu noch weiterem Leid kommt.
