Goethe-institut-skandal: antisemitismus-vorwürfe beben – jetzt mischt der bundestag ein

Berlin – Der Name Goethe-Institut steht seit jeher für kulturellen Austausch und die Vermittlung deutscher Sprache und Kultur im Ausland. Doch ein neuer Fall wirft einen tiefen Schatten auf das renommierte Institut: Die Präsentation einer palästinensischen Filmemacherin in Vilnius hat eine Welle der Empörung ausgelöst, da der Künstlerin in sozialen Medien wiederholt antiisraelische und antisemitische Äußerungen zugeschrieben werden. Die Debatte eskaliert – und zieht nun den Deutschen Bundestag in den Wirbelsturm hinein.

Die eskalation: von blutlust bis boykottaufrufen

Die eskalation: von blutlust bis boykottaufrufen

Basma al-Sharif, geboren 1983 und in Berlin lebend, soll sich in ihren Online-Posts nicht nur abfällig über Israel geäußert haben, sondern auch die „Blutlust Israels“ beschworen und das Land als „zionistisches Gebilde“ bezeichnet haben. Besonders brisant sind zudem Berichte über Boykottaufrufe gegen Israel oder die Verwendung des roten Dreiecks, einem bekannten Symbol der Hamas. Diese Vorwürfe, die von verschiedenen Seiten öffentlich gemacht wurden, haben die Verantwortlichen des Goethe-Instituts in Vilnius in eine Zwangslage manövriert.

Die Forderung nach Konsequenzen wird lauter Ellen Demuth, Vorsitzende des Bundestags-Unterausschusses für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik, hält die Affäre für inakzeptabel. „Der Vorgang muss im Deutschen Bundestag aufgearbeitet werden“, erklärte sie gegenüber BILD. „In Fragen des Antisemitismus muss das Goethe-Institut über jeden Zweifel erhaben sein – und das vor allem, da es maßgeblich aus dem Bundeshaushalt finanziert wird.“ Demuth forderte Nachbesserungen, insbesondere angesichts der Tatsache, dass das Auswärtige Amt bereits „mit Nachdruck“ reagiert hat.

Der Druck auf das Goethe-Institut wächst. Das Auswärtige Amt, das dem Institut jährlich rund 230 Millionen Euro zur Verfügung stellt, hatte bereits Entsetzen über die Ausstellung zum Ausdruck gebracht. Eine Sprecherin erklärte, dass solche Veranstaltungen „keinerlei Zweifel an der entschiedenen Ablehnung der Bundesregierung von Antisemitismus und Israel-Hass aufkommen lassen dürfen.“ Das Ministerium von Johann Wadephul (CDU) hat das Goethe-Institut förmlich zur Mäßigung ermahnt und auf die Notwendigkeit einer „größeren Sorgfalt im Vorfeld der Planung und Konzeption von Veranstaltungen“ hingewiesen. Eine diplomatische Ansage, die in der Szene als deutliche Ohrfeige gewertet wird.

Es geht um mehr als nur um eine Ausstellung. Es geht um die Glaubwürdigkeit einer Institution, die sich der Vermittlung von Werten verschrieben hat. Die Affäre zeigt, dass selbst etablierte Einrichtungen einem kritischen Blick auf ihre Kooperationspartner und deren politische Positionen nicht entgehen können. Die Frage, die sich nun stellt, ist: Wie wird das Goethe-Institut mit den Vorwürfen umgehen und welche Maßnahmen werden ergriffen, um einen erneuten Fehltritt zu verhindern?

Die Debatte wird weitergehen, und es bleibt abzuwarten, ob die Forderungen nach Konsequenzen tatsächlich umgesetzt werden. Doch eines ist klar: Der Fall Basma al-Sharif hat eine Wunde aufgerissen, die das Goethe-Institut heilen muss – und zwar gründlich. Das Vertrauen der Öffentlichkeit ist gefährdet, und die Erholung wird Zeit und Transparenz erfordern.