Google drive: ransomware-schutz jetzt standard – aber nicht für alle
Google hat einen neuen Schutzmechanismus gegen Ransomware in Google Drive aktiviert. Nach umfangreichen Tests seit September 2025 ist die Funktion nun offiziell für Desktop-Nutzer verfügbar, verspricht aber nicht überall den gleichen Schutz.
Ki-basierte erkennung stoppt verschlüsselungen
Die neue Ransomware-Erkennung überwacht den Datenverkehr zwischen dem lokalen Rechner und der Cloud. Erkennt die künstliche Intelligenz verdächtige Verschlüsselungsaktivitäten, wird die Synchronisation umgehend unterbrochen. Das Ziel ist klar: Schäden durch Lösegeldforderungen sollen frühzeitig verhindert werden, insbesondere angesichts der zunehmenden Häufigkeit solcher Angriffe auf Unternehmen.
Die Desktop-Version 114 von Google Drive integriert diesen Schutz nun fest. Laut Google arbeitet die überarbeitete Version schneller und kann bis zu 14-mal mehr Infektionsversuche erkennen als die vorherige Version. Ein Detail, das viele Anwender freuen wird. Aber es gibt einen Haken.

Zwei-klassen-lösung: kostenpflichtige abos erforderlich
Die Ransomware Detection ist nicht für alle Nutzer gleichermassen zugänglich. Privatpersonen und Nutzer mit kostenlosen Google-Konten profitieren zwar von der neuen Dateiwiederherstellungsfunktion (siehe unten), doch der eigentliche Schutzmechanismus ist an ein kostenpflichtiges Abonnement geknüpft. Geschäftskunden benötigen ein Business Standard- oder Business Plus-Abo. Auch für grössere Firmen ist die Funktion nicht ohne Weiteres verfügbar und erfordert Tarife wie Enterprise Starter, Standard oder Plus. Ein Lichtblick für Bildungseinrichtungen: Schüler, Studierende und Lehrkräfte können den Schutz über die Education Standard- oder Education Plus-Tarife nutzen, ebenso über das Frontline-Abo in den Varianten Standard und Plus.

Dateiwiederherstellung für alle – ein silberstreif am horizont
Neben der Erkennungsfunktion bietet Google nun auch eine Dateiwiederherstellungsfunktion an, die für alle Drive-Nutzer, unabhängig vom Abonnementstatus, verfügbar ist. Diese Funktion ermöglicht es, Dateien auf einen Zustand vor der Verschlüsselung zurückzusetzen, wodurch die Verhandlungsposition der Erpresser geschwächt wird. Ein wichtiges Detail: Anders als die Ransomware Detection ist diese Funktion auch für Nutzer mit kostenlosen Google-Konten ohne zusätzliche Kosten verfügbar.
Die Einführung dieser Massnahmen zeigt, dass Google die wachsende Bedrohung durch Ransomware ernst nimmt. Doch die gestaffelte Einführung des Schutzes wirft die Frage auf, ob Google hier eine Zwei-Klassen-Lösung etabliert – ein Schritt, der die Sicherheitslücke für kostenlose Nutzer weiter vergrössert.
