Gummersbachs schock-pk: valurs zorn entfacht kontroverse

Der VfL Gummersbach hat in dieser Saison für Furore gesorgt – und das nicht nur aufgrund seiner überraschenden Platzierung in den Rängen der Top Vier der Handball-Bundesliga. Trainer Gudjon Valur Sigurdsson lieferte nach einem knappen Sieg gegen Göppingen eine Pressekonferenz, die in die Geschichte des Vereins eingehen wird.

Island-vulkan entlädt wut: „göppingen war um eine liga besser“

Die Szene war schlichtweg absurd: Während Ben Matschke noch den Punktgewinn feierte, entlud Sigurdsson eine monströse Tirade. „Danke für die Glückwünsche für diesen absolut unverdienten Punkt“, zynisch kommentierte er. „Göppingen war heute die viel, viel, viel, viel bessere Mannschaft, das muss man anerkennen. Was sie uns an Einsatzwille und Kampfbereitschaft vorgemacht haben, war vorbildlich.“

Die Worte des isländischen Trainers, liebevoll „Goggi“ genannt, waren keineswegs ein konstruktiver Kommentar zur Partie. Stattdessen schwelte er in einer Wutrede, die stark an die legendäre Flasche-Leer-PK von Giovanni Trapattoni erinnert – eine Episode, die 1998 für Aufsehen gesorgt hatte. Sigurdsson spuckte Worte wie Lava, rümpfte die Nase und warf seinen jungen Spielern Vorwürfe, die weit über die reine sportliche Leistung hinausgingen.

„Wie lustlos wir in die zweikämpfe gehen, das kann ich nicht durchgehen lassen!“

„Wie lustlos wir in die zweikämpfe gehen, das kann ich nicht durchgehen lassen!“

„Wie lustlos wir in die Zweikämpfe gehen, das kann ich nicht durchgehen lassen! Das werde ich nicht akzeptieren! Ohne Wille, dieses Logo des VfL Gummersbach zu verteidigen. Wenn wir unter Druck kommen, dann werfen wir Bälle weg. Dann sind wir noch ganz weit weg davon, eine Spitzenmannschaft zu sein.“ Diese Worte hallten im Schwalbe-Arena-Stadion wider – und zeigten die tiefe Enttäuschung des Trainers. Schluroff, der mit seinem neuntem Tor den Ausgleich herstellte, wurde von Sigurdsson in seiner Hitze ergriffen und als „tapeten“ bezeichnet, weil er sich offenbar der Herausforderung nicht stellen wollte.

Die leistung als „kopfsache“

Die leistung als „kopfsache“

Sigurdsson ignorierte die Tatsache, dass sein Team nach einer 7-Tore-Führung nur knapp einen Punkt rettete. Stattdessen betonte er, dass die Einstellung der Mannschaft entscheidend sei. „Mir ist das scheißegal, ob wir viele Spiele gewonnen haben, es zählt nur die Leistung in deinem letzten Spiel“, verkündete er mit lakonischer Direktheit. „Es ist eine Frage der Einstellung, eine Kopfsache. Wir hatten einen sehr guten Gegner, der uns das Leben schwer gemacht hat. Es ist auch mal normal, eine schlechte Halbzeit zu haben, es war klar, dass das mal kommen würde. Aber wie schlecht es war und welche Ausfälle wir heute hatten, deutet darauf hin, dass wir uns mental nicht vorbereitet haben für den Kampf.“

Die Schwalbe Arena war zum 45. Mal in Folge ausverkauft – ein Zeichen der Unterstützung für den Traditionsverein. Doch die Begeisterung konnte die Wut des Trainers nicht trüben. Sigurdsson schickte seinen Spielern eine klare Botschaft: Die nächste Leistung muss perfekt sein, ansonsten drohen „ungemütliche Tage“.