Hammer in not: 44 filialen vor dem aus – insolvenz-schock in deutschland

Porta Westfalica (NRW) – Die deutsche Baumarktkette Hammer kämpft ums Überleben. 44 von 87 Filialen drohen, geschlossen zu werden, nachdem das Unternehmen im Oktober 2025 eine Sanierung unter neuen Eigentümern nicht stemmen konnte.

Räumungsverkauf startet: keine käufer für die hälfte der standorte

Die Situation ist dramatisch: Der vorläufige Insolvenzverwalter Stefan Meyer von der Pluta Rechtsanwalts GmbH berichtet, dass für rund die Hälfte der Filialen kein Interessent gefunden wurde, der das Geschäft fortführen möchte. Die betroffenen Mitarbeiter sind aktuell noch nicht weiter beschäftigt. Der Räumungsverkauf läuft bereits.

Die Probleme begannen bereits im Juni 2025 mit der Insolvenz des Mutterkonzerns, der Brüder Schlau GmbH & Co. KG. Der nächste Schlag folgte im Januar 2026 mit der Insolvenz der neu gegründeten Hammer Raumstylisten GmbH.

Der Unternehmensberater Dr. Wieselhuber & Partner hatte über 300 potenzielle Investoren angesprochen, doch die Resonanz blieb gering. Gründe dafür sind die zweite Insolvenz innerhalb kurzer Zeit und das schwierige Geschäftsumfeld im Einzelhandel.

Hoffnungsschimmer und ungewisse zukunft

Hoffnungsschimmer und ungewisse zukunft

Sechs Parteien sind aktuell im Investorenprozess aktiv. Zwei dieser Interessenten planen eine Fortführung des Unternehmens als Hammer Fachfilialbetrieb mit einer reduzierten Anzahl von Standorten. Vier weitere sind bekannte Namen aus der Food- und Non-Food-Branche, die ihre eigenen Geschäftskonzepte in den Hammer-Filialen etablieren wollen.

Bis Ende März 2026 sind die Lohn- und Gehaltsansprüche der rund 1100 Mitarbeiter über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert. Die Gläubigerausschuss entscheidet in den nächsten zwei Wochen über das weitere Vorgehen. Ziel ist es, das Unternehmen im bisherigen Konzept und mit möglichst vielen Arbeitsplätzen zu erhalten.

Die Geschichte von Hammer begann 1976 mit den ersten Märkten in Bremerhaven und Lübbecke. Die übernommenen Filialen befanden sich hauptsächlich in Nord-, Ost- und Mitteldeutschland.

Die Insolvenz ist ein deutliches Zeichen für die Herausforderungen, vor denen der stationäre Einzelhandel steht. Die fortschreitende Digitalisierung und veränderte Konsumgewohnheiten setzen auch etablierten Ketten wie Hammer zu.

Trotz aller Bemühungen wird die Insolvenz von rund 44 Filialen nicht alle betroffenen Mitarbeiter retten. Ein bitterer Moment für viele Familien und eine mahnende Erinnerung an die Fragilität von Geschäftsmodellen.

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