Hantavirus-alarm im kreuzfahrt-chaos: todesfälle und evakuierung vor gran canaria
Ein mysteriöser Hantavirus-Ausbruch hat die Kreuzfahrt „Hondius“ in die Krise gestürzt. Zehn Menschenleben sind bereits verloren gegangen, und die Suche nach einem Ausweg aus dem medizinischen Alptraum geht weiter.
Schiffe auf dem weg zur kanareninsel – dringende evakuierung geplant
Nach dem tödlichen Hantavirus-Ausbruch an Bord nimmt das Expeditions-Kreuzfahrtschiff „Hondius“ Kurs auf die Kanarischen Inseln. Wie Oceanwide Expeditions mitteilte, sollen drei Personen vorerst evakuiert werden. Dazu zählen zwei besonders dringend benötigte Crewmitglieder, die medizinische Hilfe benötigen, sowie eine weitere Person aus dem unmittelbaren Umfeld eines bereits verstorbenen Passagiers. Die Patienten werden mit Spezialflugzeugen in die Niederlande transportiert – eine akute und verzweifelte Maßnahme.
Das Schiff, derzeit vor Kap Verde positioniert, ist nun auf dem Weg zur Evakuierung. Innerhalb von drei Tagen soll es, abhängig von den Behörden, entweder auf Gran Canaria oder Teneriffa anlegen. Gespräche mit den lokalen Behörden laufen bereits intensiv, um die logistischen Herausforderungen zu bewältigen.

Who zieht bilanz – ungewissheit über die ursache
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt bislang sieben Krankheitsfälle im Zusammenhang mit der Reise, darunter zwei bestätigte Infektionen und drei Todesfälle. Ein bereits evakuierter Patient befindet sich derzeit in kritischer Behandlung auf der Intensivstation in Johannesburg. „Wir haben noch kein vollständiges Bild, aber einige Arbeitshypothesen“, erklärt Maria Van Kerkhove, eine Expertin der WHO. “Es ist wichtig, die Übertragungswege zu verstehen – und das gestaltet sich äußerst schwierig.”
Der erste bekannte Patient, ein niederländischer Mann, könnte sich außerhalb des Schiffes infiziert haben und das Virus an enge Kontaktpersonen weitergegeben – darunter seine tragisch verstorbene Frau. „Wir gehen von einer möglichen Mensch-zu-Mensch-Übertragung innerhalb der engsten Kreisangehörigen aus“, so Van Kerkhove im amerikanischen TV-Sender CBS. Eine erschreckende Realität, die die Situation zusätzlich verkompliziert.
Experten sehen aktuell kein breiteres Risiko einer Ausbreitung über das Schiff hinaus. „Die eigentliche Sorge ist, ob in dieser kritischen Phase weitere Fälle unter Passagieren und Besatzung auftreten“, betont Benjamin Brennan von der Universität Glasgow. Die Lage ist angespannt, und jede neue Erkrankung könnte die Evakuierungsmaßnahmen verzögern.
Spanien hat angeordnet, das Anlegen zu ermöglichen, um die Patienten zu versorgen. Kap Verde verfügt nicht über die notwendige medizinische Ausrüstung und Kapazitäten, weshalb die Kanaren als nächstgelegene Option ausgewählt wurden. An Bord befinden sich rund 150 Menschen aus 23 verschiedenen Nationen, alle in Isolation.
Die Evakuierung ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Die medizinische Versorgung der Betroffenen steht dabei im Vordergrund – und die Behörden arbeiten fieberhaft daran, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage in den kommenden Tagen weiterentwickeln wird. Die Behörden werden die Situation genau beobachten und gegebenenfalls zusätzliche Maßnahmen ergreifen.
