Hecking explodiert: schiri-pfiff als auslöser für wolfsburg-krise?
Wolfsburg – Dieter Hecking, der sonst so besonnene Coach von VfL Wolfsburg, stand nach der blamablen 3:6-Niederlage in Leverkusen kurz vor dem Kontrollverlust. Nicht nur die Höhe der Niederlage, sondern die Leistung des Schiedsrichter Martin Petersen trieb ihn an die Grenzen des Erträglichen. Ein rabenschwarzer Tag für den Unparteiischen, eine offene Wunde für den VfL.

Die unmissverständliche tirade des trainers
Ohne Umschweife attackierte Hecking auf der Pressekonferenz den Schiedsrichter. „Bevor die Fragen kommen: Ich greife das Thema gleich auf: Schiedsrichter“, begann er, sichtlich aufgebracht. Die Kritik betraf vor allem zwei strittige Entscheidungen: einen Elfmeter für Leverkusen, den Hecking umstritten fand, und eine klare Elfmeter-Situation für Wolfsburg, für die Petersen VAR-Überprüfung benötigte. Der fehlende Hinweis auf eine Gelb-Rote Karte für Edmond Tapsoba, der bereits verwarnt war, schraubte die Frustration weiter in die Höhe.
„Wenn du dann elf gegen zehn spielst und vielleicht 2:1 oder 3:1 führst, dann kriegst du die Sicherheit in ein Spiel und weißt, der Gegner ist dezimiert. Es gibt dir Oberwasser. Es war dann nicht so“, kommentierte Hecking die verpasste Chance. Und auch die Situation vor dem 4:3 ließ er nicht unkommentiert: „Ein klares Foulspiel, Vavro wird einfach umgerammt. Wenn er es selber nicht sieht, muss das der VAR bei der Torüberprüfung sehen.“
Die bittere Wahrheit hinter der Schiri-Kritik Während die Schiedsrichterleistung zweifellos fragwürdig war, darf sie nicht als alleiniger Grund für Wolfsburgs Misere herhalten. Die Fakten sind unbestreitbar: Seit elf Spielen sieglos, haben die Wölfe in den letzten 20 Partien in mindestens einem Spiel ein Tor kassiert. „Wir dürfen nicht solche Gegentore kriegen“, erkannte Hecking an. „Leverkusen hat einen Haufen Torchancen gehabt, wo wir sehr luftig verteidigt haben, ohne Körperkontakt.“
Die Defensivprobleme des VfL sind tiefgreifender als ein einzelner Fehlentscheidung. Die Abwehr wirkt anfällig, die Abstimmung ist lückenhaft. Die Leverkusener Offensive nutzte jede Schwäche gnadenlos aus. Die Frage ist, ob Hecking die richtigen Mittel hat, um diese Schwächen zu beheben.
Doch Hecking hielt sich am Ende mit Versöhnungstönen zurück. „Normalerweise müssen wir Trainer uns auf das konzentrieren, was wir unmittelbar beeinflussen können. Nämlich die Mannschaftsleistung“, betonte er. Die Worte klingen wie ein Hilferuf, ein Appell an die Eigenverantwortung der Spieler. Martin Petersen wird nächste Woche sicherlich ein besseres Spiel pfeifen, aber ob der VfL Wolfsburg in der Defensive endlich die Kurve kriegt, bleibt abzuwarten. Die nächste Aufgabe wird zeigen, ob Heckings Worte mehr als leere Versprechungen sind.
