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Herrenknecht fordert 40-Stunden-Woche zur Sicherung der deutschen Wirtschaft

Berlin – Die deutsche Industrie steht vor enormen Herausforderungen und kämpft ums Überleben. Nun drängt Unternehmer Martin Herrenknecht (84), Kopf des Kettensägen-Herstellers Stihl, auf eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche als Standard. Er argumentiert, dass Deutschland aufgrund der hohen Arbeits- und Energiekosten keine 35-Stunden-Woche mehr leisten kann und der Wohlstand nicht durch Arbeitszeitverkürzung, sondern durch Leistung und Produktivität entsteht.

Schweiz als Vorbild – Mehr Arbeit, gleiche Bezahlung?

Herrenknecht verweist auf die Schweiz, wo Arbeitnehmer durchschnittlich 42 Stunden pro Woche arbeiten und 250 Stunden mehr pro Jahr als in Deutschland. Nikolas Stihl (66), Chef von Stihl, betonte gegenüber der dpa, dass sich Deutschland in den guten Zeiten die 35-Stunden-Woche leisten konnte, dies aber aktuell nicht mehr möglich sei. Die Gewerkschaften müssten Verantwortung übernehmen und das Thema angehen, da eine längere Arbeitszeit ohne Lohnausgleich die Arbeitskosten senken würde.

Kritik und Forderungen aus der Wirtschaft

Kritik und Forderungen aus der Wirtschaft

Unternehmerin Sarna Röser (39), Initiatorin von „Unternehmer in Bewegung“, sieht das Problem nicht in der 35-Stunden-Woche selbst, sondern in Standort- und Gewerkschaftsproblemen. Sie fordert, dass Leistung sich wieder lohnen und Steuern spürbar reduziert werden, um die deutsche Wirtschaft zu stabilisieren. Auch Mercedes-Aufsichtsratschef Martin Brudermüller (65) hatte bereits die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche gefordert, bei gleichem Gehalt. Die IG Metall reagierte mit bundesweiten Protesten.

Politische Unterstützung und die Notwendigkeit von Produktivitätssteigerung

Politische Unterstützung und die Notwendigkeit von Produktivitätssteigerung

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (51, CDU) plädierte im Juli für eine Produktivitätssteigerung und eine Anpassung der Arbeitszeitmodelle. Er betonte, dass die 35-Stunden-Woche nicht mehr zeitgemäß sei und eine Erhöhung der Arbeitszeit mit gleicher Bezahlung in den kommenden Jahren eine bessere Alternative zur Jobverluste darstelle. Die 35-Stunden-Woche ist zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, gilt aber in der stark in Schwierigkeiten befindlichen Autoindustrie als Standard, wobei viele Vollzeitbeschäftigte in der Realität mehr als 39,9 Wochenstunden arbeiten.