Hormus-krise: öl-route im visier – weltwirtschaft gerät ins wanken
Die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran-Konflikt droht, die Weltwirtschaft zu ersticken. Öl- und Benzinpreise schießen in die Höhe, während Tanker im Golf um ihr Überleben kämpfen. Angriffe auf Frachtschiffe nahe dem Nadelöhr der Straße von Hormus haben die Schifffahrt zum Stillstand gebracht.

Militärische eskalation droht im golf
Seit dem Angriff der USA und Israel auf den Iran sind kaum noch Frachtschiffe durch die Meerenge gelangt – und zwar fast ausschließlich unter chinesischer Flagge. Ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs fließt täglich durch diesen strategisch wichtigen Engpass. Die Wiedereröffnung ist eine enorme militärische Herausforderung.
Laut Jonathan Schroden, Forschungsdirektor beim Thinktank CNA in Arlington, könnte es zu einem „Krieg innerhalb des Kriegs“ kommen, um die Straße zu sichern. Militäres Eskorten, inklusive Zerstörer und Fregatten sowie Luftunterstützung, wären notwendig, um die Tanker vor Drohnen, Raketen und Schnellbooten zu schützen. Die schiere Menge der zu eskortierenden Schiffe – normal sind rund 130 täglich – verschärft die Lage zusätzlich. Schroden weist darauf hin, dass die NATO-Partner hierbei helfen könnten, doch die USA hätten diesen Krieg ohne ausreichende Abstimmung mit ihren Verbündeten begonnen.
Das „Worst-Case“-Szenario: Der Iran hat Seeminen verlegt. Dann würde eine „komplette vertikale Bedrohung“ für die Schifffahrt entstehen. Minenräumung unter Beschuss wäre das schwierigste maritime Problem der modernen Zeit. Die USA verfügen nur über drei Minenräumboote im Reserve – eine dünne Reserve angesichts der immensen Aufgabe.
Die Geschwindigkeit, mit der der Konflikt begonnen hat, überrascht. Donald Trump hatte bereits 2011 ein Strategiepapier über eine Blockade der Straße von Hormus verfasst. Er bietet nun militärische Hilfe anderer Staaten an, ohne konkrete Details zu nennen. Hoffnungen ruhen auf China, Frankreich, Japan, Südkorea und Großbritannien. Eine bemerkenswerte Entwicklung, die die globale Energieversorgung nachhaltig in Frage stellt.
Ein Hapag-Lloyd-Sprecher bestätigte einen Angriff auf einen Frachter um 3 Uhr morgens. Die Welt steht vor einem Öl-Dilemma, dessen Ausmaß sich erst langsam erschließt.
Die US-Regierung scheint auf eine „Abkürzung zum Krieg“ gesetzt zu haben. Jetzt muss sie die Konsequenzen tragen. Die Straße von Hormus, einst ein Symbol für globalen Handel, wird zum Schauplatz eines gefährlichen Machtkampfes. Die Lage ist kritisch, und die kommenden Tage werden zeigen, ob es gelingt, die Ölversorgung zu sichern – und zu welchem Preis.
