Hountondji: hoffnungsträger oder fehlstart? st. pauli bangt vor bayern.

St. Pauli – Der Aufstieg war steinig, die Erwartungen hoch. Andréas Hountondji, zurückgekehrt von seiner Verletzung, sollte frischen Wind in die Offensive bringen. Doch sein Auftritt bei Union Berlin wirft Fragen auf. Ein halbstündiger Einsatz, der mehr Fragen aufwirft als Antworten liefert.

Die zahlen lügen nicht: ein joker ohne durchschlagskraft

Die zahlen lügen nicht: ein joker ohne durchschlagskraft

Die Bilanz liest sich wie ein Lehrstück dafür, wie man eine Jokerrolle verpatzt. Ein Torschuss, neun Sprints, sechs verlorene Zweikämpfe und fünf verlorene Luftduelle – und ein xG-Wert von mageren 0,03. Alexander Blessin, der Coach des FC St. Pauli, nahm kein Blatt vor den Mund: „In Richtung Andréas muss ich sagen, da hätte ich mir ein bisschen mehr Vehemenz in den Zweikämpfen gewünscht.“ Eine Ansage, die den jungen Stürmer gewiss nicht freuen wird.

Was geschah hier? Hountondji wurde in der 59. Minute für den glücklosen Martijn Kaars ins Spiel gebracht, doch die erhoffte Wende blieb aus. Die Schnelligkeit, die Blessin vor dem Spiel betonte, zeigte sich bestenfalls nur phasenweise. Sein schnellster Sprint lag bei 32,6 km/h – weit entfernt von seinem Saisonbestwert von 35,4 km/h. Ein Detail, das nicht übersehen werden darf.

Die privaten Sorgen spielen natürlich eine Rolle. Hountondji verpasste in der vergangenen Woche aufgrund „privater Probleme“ Trainingseinheiten. Der süße Grund: die Geburt seines ersten Kindes. Ein Freudentag für die Familie, eine potenzielle Belastung für den Sportler. Es ist leicht, das Kind als Ausrede zu nehmen, aber die Leistung auf dem Platz ist unbestreitbar.

Aber es liegt nicht nur an Hountondji. Er wurde schlichtweg nicht gut in Szene gesetzt. Passende Bälle in die Tiefe blieben Mangelware. Die Frage ist: Wer trägt die Verantwortung? Blessin für die taktische Ausrichtung, die Mitspieler für die fehlende Unterstützung oder Hountondji selbst für die fehlende Durchsetzungskraft?

Das Spiel gegen Bayern München am Samstag (18.30 Uhr, Sky) steht vor der Tür. Eine Revanche-Chance für Hountondji, der im Hinspiel kurzzeitig die Führung besorgte, bevor er verletzungsbedingt aus dem Spiel genommen werden musste. Ein bittersüßer Moment, der ihm sicherlich noch in Erinnerung geblieben ist. Nun muss er zeigen, dass er aus seinen Fehlern gelernt hat und bereit ist, sich dem Duell mit der Weltklasse zu stellen.

Denn eines ist klar: Die St. Paulis Offensive braucht dringend einen Treffer. Und Andréas Hountondji, der junge Papa, muss liefern. Andernfalls droht der Traum von der internationalen Qualifikation zu verpuffen. Die Frage ist nicht, ob er es schaffen kann, sondern ob er den Willen dazu hat.