„Ich will spaß!“ – mörls hit wird zur bitteren realität
Rüdesheim am Rhein – Markus Mörl, der Mann hinter dem 80er-Jahre-Hit „Ich will Spaß“, muss sich eingestehen: Was damals als ironische Übertreibung gemeint war, ist heute bittere Realität. Die Spritpreise sind explodiert, und der Sänger, bekannt für seine ausgelassene Bühnenpräsenz und seine legendären Party-Songs, schüttelt den Kopf über die Entwicklung.
Die prophezeiung im lied
Der Song „Ich will Spaß“, der 1982 die Charts stürmte, feierte die grenzenlose Freiheit des Autofahrens und das Gefühl, wenn der Motor brüllt. Ein Vers, der damals für Gelächter sorgte, klingt heute unheimlich treffend: „Und kost’ Benzin auch drei Mark zehn, scheißegal, es wird schon geh’n. Ich will fahr’n, ich will fahr’n!“ Dabei war die Zeile ursprünglich als humorvolle Übertreibung gedacht, eine Art frevelhafte Anspielung auf die damaligen Preise. Doch die Inflation hat ihre Arbeit getan, und was einst als ironisch galt, ist nun die unschöne Wahrheit.
„Ich hätte nie gedacht, dass der Liter Benzin einmal die Schallmauer von 3,10 Euro durchbrechen könnte“,gesteht Mörl gegenüber Bild. „Schon 1982 waren 3,10 Mark pro Liter absolut utopisch und im Lied übertrieben ironisch gemeint. Heute ist die Strophe leider bittere Realität geworden. Und bei 3,10 Euro vergeht auch mir der Spaß!“

Hohe kosten für den tourneevieher
Die steigenden Spritpreise treffen Mörl hart, denn er ist ein passionierter Tourneevieher. Gemeinsam mit seiner Frau Yvonne legt er jedes Wochenende Tausende Kilometer mit ihrem Mercedes V-Klasse zurück, um bei Auftritten zu spielen. „Früher habe ich zwischendurch immer mal für 50 Euro getankt, jetzt zahle ich für eine volle Tankfüllung 200 Euro“, klagt er. Das schlägt tief ins Portemonnaie, und selbst ein erfahrener Musiker wie Mörl muss an sein eigenes Lied denken.
Er erinnert sich an die Zeit, als der Tankwart noch sein „bester Freund“ war, ein Zustand, der sich durch die aktuellen Preise dramatisch verändert hat. „Er braucht Spaß. Er hat Spaß, er hat Spaß“, sang Mörl einst – ein ironischer Kommentar, der heute eine gewisse Tragik angenommen hat.

Tempolimit? absolut nicht!
Auch die Mitglieder seiner Band leiden unter den hohen Benzinkosten. Mörl erwägt, allen eine Deutschlandticket zu kaufen, um die Reisekosten zu senken. „Sonst spielen wir Konzerte bald nur noch für unsere Fahrtkosten“, warnt er. In den frühen 80ern kostete ein Liter Benzin etwa 80 Pfennig. Als der Preis auf 1,10 Mark stieg, spielten die Radiostationen als Protest „Ich will Spaß“. Vielleicht könnte das heute wieder helfen.
Dennoch lehnt Mörl ein Tempolimit strikt ab. „Ich möchte als Autofahrer noch die Freiheit haben, zu entscheiden, ob ich langsam oder schnell fahren möchte“, erklärt er. Seine Forderung ist klar: „Die Spritpreise müssen schnellstens wieder sinken. Sonst hört der Spaß beim Autofahren wirklich bald auf.“
Die Ironie des Schicksals ist kaum zu übertreffen: Der Mann, der einst mit einem Song die Freude am Autofahren feierte, muss nun die Konsequenzen der explodierenden Spritpreise tragen. Ein bitteres Nachspiel für einen Hit, der Generationen begeisterte.
