Iran am rande des zusammenbruchs? journalist abdollahi sagt tag x voraus

Teheran – Eine düstere Prognose aus dem Iran: Der deutsch-iranische Journalist Michel Abdollahi sieht den Zusammenbruch der Mullah-Regierung bereits nächste Woche bevorstehen. Er verweist auf eine einzigartige Konstellation von Daten und Ereignissen, die auf einen entscheidenden Tag hindeuten.

Abdoellahi: „wir warten nur noch darauf“

Abdoellahi: „wir warten nur noch darauf“

In einem Interview bei Maybrit Illner sagte Abdollahi, die iranische Bevölkerung warte auf „Tag X“. Dieser Tag fällt auf den letzten Dienstag vor Jahresende, also nächste Woche. Er erklärt, dass dieser Tag im Iran traditionell zu Unruhen führt, mit Feuer, Lärm und jungen Menschen auf den Straßen.

Die Situation ist angespannt. Der Fastenmonat Ramadan endet dieses Jahr zeitgleich mit dem iranischen Neujahrsfest, was zu einer ungewöhnlichen Atmosphäre führt. Geschäfte bleiben geschlossen, die Menschen ziehen sich zurück, gezeichnet von den jüngsten Massakern vom 8. und 9. Januar. „Viele Familien haben Tote zu beklagen“, so Abdollahi. „Es wird nicht gefeiert.“

Er sieht erste Risse im System: Der neue Ober-Mullah, Mohammad Ali Chamenei, ist seit zwölf Tagen spurlos verschwunden. Der Staatsfunk ist betroffen, Basidsch-Milizen werden an ihren Kontrollpunkten attackiert. Und die finanzielle Lage der Milizen und der Revolutionsgarden verschlechtert sich rapide.

Berichten zufolge fehlen Teile der Armee, es gibt Desertionen. Abdollahi interpretiert dies als Vorbereitung auf einen bevorstehenden Umsturz. „Es sieht so aus, als würde man die iranische Bevölkerung auf Tag X vorbereiten wollen.“ Er vergleicht die Situation mit der DDR kurz vor dem Fall der Mauer, als der 40. Jahrestag normal gefeiert wurde, als wäre nichts geschehen.

Die Frage, ob diese Prognose eintrifft, bleibt offen. Doch die Zeichen deuten auf einen tiefgreifenden Wandel hin. Die Geduld der Bevölkerung scheint am Ende zu sein.

Modschtaba Chamenei, der Nachfolger des verstorbenen Ajatollah Chamenei, ist seit dem Krieg vom 22. September 2022 verschwunden. Sein plötzliches Verschwinden verstärkt die Besorgnis über die Stabilität des Regimes.

Die iranische Wirtschaft ist am Boden. Die Inflation ist galoppierend, die Arbeitslosigkeit hoch. Die Bevölkerung leidet unter den wirtschaftlichen Folgen der Sanktionen und der Misswirtschaft. Das alles, kombiniert mit der Frustration über die politische Unterdrückung, könnte die letzte Grenze überschreiten.

Abdoellahi betont, dass er kein Gefühl habe, dass die Entwicklungen planlos ablaufen. Vielmehr sieht er eine gezielte Vorbereitung auf einen Tag, an dem die iranische Bevölkerung ihre Wut und ihren Wunsch nach Freiheit endlich zum Ausdruck bringen kann. Die Welt beobachtet gespannt.

Die Beschwörung von Tag X ist mehr als nur eine Vorhersage; sie ist ein Ausdruck der Verzweiflung und Hoffnung der iranischen Bevölkerung. Ein Hilfeschrei, der sich in den globalen Nachrichten verstärkt. Und ein mahnendes Beispiel für die Fragilität autoritärer Regime.

Die nächsten Tage werden entscheidend sein. Die Welt hält den Atem an.