Iran blockiert straße von hormus: experten warnen vor eskalation

Teheran – Seit über zwei Wochen hält das iranische Regime die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr gesperrt, erlaubt nur Handelsschiffe befreundeter Staaten. Eine Entwicklung, die der britische Militärstratege Andrew Fox bereits absehen konnte. Er warnt nun vor einer längerfristigen Blockade und möglichen schwerwiegenden Folgen für die globale Wirtschaft.

Strategische schachzüge im golf – die lage spitzt sich zu

Fox, leitender Wissenschaftler der Henry Jackson Society in London, sieht die Unterbewertung der Gefahr durch die iranische Aktion als erstaunlich an. Seine Analyse konzentriert sich darauf, dass der Iran nicht auf eine dauerhafte Sperrung abzielt, sondern die Meerenge durch Bedrohungen zu unbenutzbar zu machen. Er nennt als Mittel Minen, Küstenraketen, Drohnen und schnelle Angriffsschwärme – bereits 16 Schiffe sollen getroffen worden sein.

Die Taktik des Regimes passt sich an: Getarnte zivile Schiffe aus der Schattenflotte werden eingesetzt, um Tanker und Frachter anzugreifen. Eine besonders große Bedrohung stellen Shahed-Drohnen dar, die gegen Handelsschiffe eingesetzt werden können. Die USA haben derzeit kaum Mittel, um diese zuverlässig abzufangen.

Fox sieht das Ziel des Iran darin, die USA zu einer Waffenruhe zu zwingen. Eine weitere Störung des Handelsverkehrs für mehrere Wochen hätte katastrophale Folgen. Die Zeit scheint dem Regime in Teheran zuzurechnen. Er betont, dass die Neutralisierung aller iranischen Marine- und Raketenmittel im Umkreis von 300 Meilen sowie aller Minen erforderlich ist, bevor die Meerenge wieder geöffnet werden kann. Doch die USA verfügen derzeit nicht über die notwendigen Seestreitkräfte, um Tanker zu eskortieren und Minen zu räumen.

Die Forderung des US-Kriegsministers nach 200 Milliarden Dollar für weitere Kriegseinsätze im Iran unterstreicht die Schwere der Lage. Die strategische Bedeutung der Straße von Hormus, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Ölangebots transportiert wird, ist unbestritten. Eine nachhaltige Blockade würde nicht nur die Weltwirtschaft belasten, sondern auch die geopolitische Ordnung destabilisieren.

Die Herausforderung für die USA liegt darin, die Fähigkeiten des Iran zu neutralisieren, ohne dabei eine Eskalation zu riskieren. Die Gefahr von Fehlkalkulationen ist hoch. Die iranische Marine ist zwar geschwächt, aber ihre Fähigkeit, Störungen zu verursachen, bleibt erheblich. Es ist eine Zermürbungstaktik, die auf die Schwächen der gegnerischen Seite abzielt – und die Welt in Atem hält.

Die Frage ist nicht, ob der Iran diese Taktik anwenden wird, sondern wie lange die internationale Gemeinschaft bereit ist, die wirtschaftlichen Folgen in Kauf zu nehmen. Und ob die USA die finanziellen Mittel und die strategische Flexibilität besitzen, um auf eine langfristige Blockade zu reagieren. Die Antwort wird die Weltwirtschaft und die internationale Politik nachhaltig prägen.