Italiensches herzbrot leidet in new york – wm-aus und nostalgische sehnsucht

Die neonbeleuchteten Straßen von Manhattan, der Duft von Pizza und Espresso – New York City versucht, die fehlende italienische Seele zu kompensieren. Doch das ‚Little Italy‘ ist tief verwundet, ein Echo der Enttäuschung über die dritte WM-Qualifikationspleite der Azzurri.

Ein imperium im verfall?

Carmela Lanzetta, 70 Jahre alt und Inhaberin eines traditionellen Restaurants, sieht die Situation nüchtern: „Ein Imperium ist gefallen.“ Ihr eigenes Leben begann hier, in den frühen 1950er Jahren, als sie aus Italien nach New York kam, um zu studieren. „Hier kann man sein, wer man will, tragen was man will“, konstatiert sie lakonisch. Heute ist sie fest verwurzelt, aber ihr Herz schlägt immer noch für die Heimat. Die WM-Qualifikations-Krache ist ein weiterer Stich.

Die 12 Meilen vom Stadion in Foxborough, wo das Finale stattfinden wird, sind ein Symbol für die Distanz, die sich zwischen dem Traum und der Realität aufgebaut hat. Die einst so gefüllten Straßen, die von 40.000 italienischen Einwanderern bevölkert wurden, sind heute nur noch ein Schatten ihrer selbst.

Der verlust einer tradition

Der verlust einer tradition

Alberto Damasco, ein 31-jähriger Gastronom, stimmt zu: „Es ist traurig, dass Italien nicht dabei ist. Die Weltmeisterschaft ist nicht mehr so, wie sie es einmal war.“ Er selbst kam aus Venedig, um im Restaurant seines Onkels zu arbeiten – eine Flucht vor der italienischen Fußball-Tristesse. Seine Prognose: „Portugal wird Weltmeister. Ich habe einfach ein gutes Gefühl.“ Die Ronaldo-Debatte ist zwar präsent, doch die Sehnsucht nach den glorreichen Zeiten ist unübersehbar.

Nicholas Calvello-Macchia, 23 Jahre alt und selbst aus italienischen Eltern, erinnert sich an die Poster seiner Cousins mit den großen Stars: „Ich würde diese Erfahrung gerne teilen. Für mich ist es enttäuschend.“ Die jungen Generation kennt die WM kaum ohne Italien. Die Zeiten, in denen Totti, Pirlo und Buffon die Welt im Sturm gingen, sind nur noch Geschichte. Eine bittersüße Erinnerung, die im Herzen des ‚Little Italy‘ weiterlebt.

Die Situation ist komplex. Während Ancelottis Brasilien als Ausweg gesehen wird, bleibt die Frage, wann Italien wieder auf seinen Posten zurückkehren wird. Es ist mehr als nur eine WM-Pleite – es ist ein Verlust von Identität, von Tradition, von einer ganzen Generation von Träumern.