Kiel-remis: münster klammert sich an die hoffnung

Ein Punkt, der mehr wert ist als Gold: Preußen Münster hat in Kiel einen überraschenden Ausgleich erkämpft und damit ein Fünkchen Hoffnung im Abstiegskampf der Zweiten Bundesliga entfacht. Nach einer verkorksten Hinrunde und einem desaströsen Saisonstart unter Alexander Ende scheint unter dem neuen Trainer Alois Schwartz langsam wieder ein Geist in die Mannschaft zu kommen.

Die null steht – ein erster schritt

Die null steht – ein erster schritt

47 Gegentreffer in 28 Spielen, neunmal die Null in den Säckeln – die Münsteraner Defensive wirkte bis vor Kurzem wie ein offenes Tor. Doch gegen Kiel stand sie zum dritten Mal in dieser Saison ohne Gegentreffer, ein klarer Auftrag des neuen Trainers. Schwartz scheint seine Mannschaft dazu gebracht zu haben, sich wieder vehement zu verteidigen, jeden Ball weg zu verteidigen. Das Holstein-Stadion sah, wie Preußen sich mit Leidenschaft gegen einen Punktverlust stemmte.

Keeper Johannes „Jojo“ Schenk, der nach langer Zeit wieder eine „weiße Weste“ feiern durfte, brachte seine Erleichterung zum Ausdruck: „Wir haben aufopferungsvoll gekämpft und sind gerannt bis zum Kotzen. Dieser eine Zähler ist extrem wichtig – besser als keiner, aber es hätten auch drei sein können.“ Und in der Tat, die taktische Ausrichtung von Schwartz, die auf eine stabile Dreierkette (Heuer, Koulis und Jaeckel) und gefährliche Konter setzt, hätte fast Früchte getragen. Nach der Pause boten sich den Münsteranern drei hochkarätige Konterchancen, die jedoch von Mees, Amenyido und Vilhelmsson vergeben wurden. Ein bitterer Beigeschmack, der aber im Gesamtbild des Auftritts in den Hintergrund tritt.

Schwartz selbst zeigte sich zufrieden, obwohl er die vergebenen Chancen bedauerte: „Es waren genau die Möglichkeiten, die wir uns erhofft hatten. Ärgerlich, dass wir sie nicht nutzen konnten.“ Was er von seiner Mannschaft sah, gefiel ihm jedoch sehr: „Eine leblose und leise Truppe habe ich übernommen. Heute stand eine Einheit auf dem Platz, die sich wieder vehement gewehrt hat.“

Die Lage bleibt ernst: Mit nur 24 Punkten auf dem Konto und sechs verbleibenden Spielen ist der Blick nach unten düster. Doch der Sieg gegen Kiel hat gezeigt, dass in der Mannschaft noch nicht alles verloren ist. Das Heimspiel gegen Fürth am kommenden Samstag ist nun ein „Pflichtsieg“ – ein Dreier, der die Hoffnung auf Rettung am Leben erhält. Oliver Batista-Meier, mit seiner „feinsten Füße“, verletzte sich jedoch im Spiel und seine Verfügbarkeit für das nächste Spiel ist fraglich. Eine MRT-Untersuchung soll die Schwere der Verletzung aufdecken.

Denn eines ist klar: Die Münsteraner müssen ihre Chance nutzen. Die Hoffnung stirbt zuletzt – und in Kiel hat sie ein kleines, aber wichtiges Fünkchen entfacht.