Kölns befreiung in letzter sekunde: wagner-debüt mit adrenalin
Frankfurt – Ein Spiel, das zur Nervenprobe wurde, endete für den 1. FC Köln mit einem Punktgewinn, der mehr bedeutet, als es das Ergebnis allein vermuten lässt. Nach einem dramatischen Rückstand und einer wilden zweiten Halbzeit erkämpfte sich das Team von René Wagner ein 2:2 bei Eintracht Frankfurt – ein Teufelskreis aus Angst und Hoffnung, der sich in den letzten Sekunden auflöste.

Wagner's goldene minute: castro-montes' rettung
Dass der neue Trainer, der nach der Entlassung von Lukas Kwasniok übernommen hat, bereits bei seinem Debüt eine spürbare Wirkung zeigt, ist bemerkenswert. Wagner, der zuvor als Assistent unter Kwasniok tätig war, bewies ein feines Gespür für den Moment, als er Alessio Castro-Montes in der Schlussphase brachte. Der Stürmer zahlte das Vertrauen prompt mit dem Ausgleichstreffer in der 83. Minute – ein Tor, das mehr als nur einen Punkt bedeutet, denn es hielt Köln in der Liga.
Doch die Aufregung in Frankfurt ging weit über den späten Ausgleich hinaus. Die zweite Halbzeit entwickelte sich zu einem wahnsinnigen Wechselspiel, in dem innerhalb von nur vier Minuten drei Tore fielen. Jonathan Burkardt brachte die Eintracht in Führung (66.), gefolgt von Arnaud Kalimuendo, der den Vorsprung auf 2:0 erhöhte (69.). Die Antwort der Kölner ließ nicht lange auf sich warten: Jakub Kaminski verkürzte nur Sekunden später auf 1:2 (70.). So ein Spiel hat es in sich.
Die Sorge um El Mala
Während der Punktgewinn Hoffnung macht, lastet auf Köln weiterhin die Sorge um Said El Mala, das gefeierte Juwel des Teams. Der Top-Torjäger der Bundesliga (10 Tore) musste in der Schlussphase angeschlagen vom Platz und humpelte sichtlich verletzt. Seine Fitness wird entscheidend sein für die weiteren Ambitionen des FC.
Kölns Serie ohne Sieg hält an, mittlerweile sind es acht Spiele ohne Erfolgserlebnis. Doch dank der Schützenhilfe von St. Pauli, das bei Union nur ein Unentschieden erreichte, bleibt der Abstand zum Relegationsrang gewahrt. Das nächste Duell gegen Werder Bremen am kommenden Sonntag bietet die Chance, diesen Vorsprung weiter auszubauen und endlich wieder einen Dreier einzufahren.
Die Eintracht verpasst die Chance, den siebten Platz zu sichern, der in dieser Saison wohl einen Startplatz in der Conference League bedeuten würde. Das Team von Trainer Dino Toppmann hatte zwar mehr Ballbesitz, doch Köln zeigte sich vor allem bei Kontern gefährlich. Bereits kurz nach dem Anpfiff verhinderte Torwart Kevin Trapp eine Führung der Gäste durch Anthony Modeste. El Mala vergab ebenfalls eine Großchance, bevor er kurz vor der Pause einen Konter einleitete, der jedoch durch einen Fehlpass von Kaminski vereitelt wurde. Die Eintracht konnte ihrerseits durch Kristoffer Knauff und den auffälligen Kalimuendo Torgefahr demonstrieren – ohne jedoch die Oberhand zu gewinnen.
In diesem Spiel zeigte sich erneut, dass der Fußball manchmal unberechenbarer ist, als man ihn sich vorstellen kann. Ein Glückstreffer, eine verletzte Hoffnung, ein Trainer, der mit einem mutigen Wechsel das Blatt wendet – all das sind Elemente, die ein Fußballspiel zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. Und für den 1. FC Köln ist dieser Punkt in Frankfurt ein Lichtblick in einer schwierigen Saison.
