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Kreuzfahrt-albtraum: deutsche passagiere im krisengebiet

Rauchschwaden über Abu Dhabi, Sirenengeheul und die Angst vor dem nächsten Einschlag. Was als entspannter Orient-Urlaub begann, ist für Tausende deutsche Kreuzfahrtgäste zu einem Albtraum geworden. Eine Rakete ist nur wenige Meter von der „Mein Schiff 4“ der TUI Cruises explodiert, während sich das Schiff in unmittelbarer Nähe des Hafens Port Zayed befindet, der nun Schauplatz heftiger Angriffe ist.

Die panik an bord: familien mit kindern in angst

„Wir haben einen Notfall-Alarm auf unseren Handys bekommen, und sollten uns sofort im Theater versammeln“, berichtet eine Passagierin der „Mein Schiff 4“. Die Verbindung brach kurz darauf ab, und seitdem herrscht Stille über den Verbleib der Urlauberin. Die Stimmung an Bord ist angespannt, die Angst greifbar. Zahlreiche Familien mit Kindern leiden unter der ungewissen Lage, Panik und Weinen sind an der Tagesordnung. Niemand weiß, wann und wie die Evakuierung gelingen kann.

Ein anderer Passagier beschreibt den Moment des Einschlags: „Ein lauter Knall in unmittelbarer Nähe – die Crew hat uns angewiesen, ins Innere zu gehen, Fenster zu meiden und ruhig zu bleiben.“ Doch Ruhe ist angesichts der dramatischen Ereignisse kaum möglich. Die Situation ist delikat: Luftraumsperrungen und die Zerstörung von Flughäfen machen eine schnelle Heimreise per Flugzeug unmöglich. Auch die Seeroute durch die Straße von Hormus, nahe der iranischen Küste, ist aktuell gesperrt und stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar.

Weitere schiffe im visier: ganze flotte festgesetzt

Weitere schiffe im visier: ganze flotte festgesetzt

Die „Mein Schiff 4“ ist nicht das einzige Schiff, das in dieser angespannten Lage steckt. Insgesamt sechs Kreuzfahrtschiffe – darunter die „Mein Schiff 5“ in Doha, die „MSC Euribia“, die „Celestyal Discovery“ und die „Celestyal Journey“ sowie die „Aroya“ – liegen in den Häfen von Port Rashid in Dubai, Doha und Katar. Die Reedereien haben sämtliche Reisen abgesagt und arbeiten in enger Abstimmung mit lokalen Behörden und internationalen Partnern an der Sicherheit der Passagiere und Crew.

Während der Hotelbetrieb an Bord grundsätzlich weiterläuft, um für Verpflegung zu sorgen, ist die Lage dennoch ernst. Ein Gast der „MSC Euribia“ berichtet: „Vor wenigen Minuten erst waren wieder mehrere laute Donnergeräusche zu hören.“ Dennoch dürfen sich die rund 6000 Passagiere hier frei bewegen und die Außendecks und Pools nutzen. Abfahrten für die kommenden Tage wurden von MSC Cruises abgesagt; die neuen Zimmerkarten sind bis zum 26. März ausgestellt.

TUI Cruises betont, dass die dynamische Lage eine seriöse Prognose für die nächsten Tage unmöglich mache. Bis einschließlich 2. März sind alle Abfahrten in der Region abgesagt. Betroffene Gäste erhalten eine Rückerstattung des Reisepreises oder einen Rabatt von 10 % bei einer Umbuchung.

Die Wahrheit liegt in den Augen der Passagiere, die nun unfreiwillig Zeugen einer Eskalation im Nahen Osten geworden sind. Ihre Geschichten sind ein Mahnmal für die Zerbrechlichkeit unserer vermeintlichen Sicherheit und die unberechenbaren Folgen geopolitischer Konflikte.