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Kuba und usa: dialogeröffnung in der krise – hoffnungsschimmer oder manöver?

Havanna/Washington – Nach Monaten der Eskalation haben Kuba und die USA formelle Gespräche aufgenommen. Diese Entwicklung kommt zu einem Zeitpunkt, in dem die Insel unter einer schweren Wirtschaftskrise leidet und die Spannungen mit Washington auf historischen Höchstständen stehen.

Hoffnung auf deeskalation angesichts von ölblockade und protesten

Kubas Staatschef Miguel Díaz-Canel bestätigte am Donnerstag, dass Vertreter beider Regierungen Gespräche geführt hätten, um „bilaterale Differenzen“ zu klären. Die Initiative erfolge auf dem Vermittlungsweg und sei durch „internationale Akteure“ unterstützt worden. Details blieben dabei vage, doch die Nachricht stellt einen überraschenden Wandel in der seit Jahrzehnten anhaltenden Feindschaft dar.

Die Spannungen zwischen den beiden Ländern hatten sich durch den US-amerikanischen Druck verschärft, insbesondere nach der Festnahme von Nicolás Maduro in Venezuela. Die USA haben Kuba den Zugang zu Öl weitgehend abgeschnitten, was die ohnehin schon prekäre Wirtschaftslage der Insel weiter verschärft. Stromausfälle und Nahrungsmittelknappheit sind allgegenwärtig. In Morón kam es am Freitagabend zu Demonstrationen, bei denen Teilnehmer den Kommunismus ablehnten und versuchten, ein Gebäude der Kommunistischen Partei in Brand zu setzen.

Die Gespräche dienen laut Díaz-Canel dazu, Probleme zu identifizieren und Bereiche der Zusammenarbeit zu finden. Es ist jedoch fraglich, inwieweit die USA bereit sind, ihre harte Linie zu lockern. Präsident Donald Trump hatte bereits im März deutlich gemacht, dass Kuba „fallen“ werde und forderte politische Reformen, darunter die Freilassung politischer Gefangener, die Zulassung weiterer Parteien und die Einführung von Meinungs- und Pressefreiheit. Auch Außenminister Marco Rubio, dessen Eltern kubanische Exilanten sind, setzt sich für wirtschaftliche Reformen ein.

Der Vatikan spielte in der Vergangenheit bereits eine Vermittlerrolle bei Spannungen zwischen den USA und Kuba. Ob er auch in dieser Phase eine Rolle spielt, ist unklar. Die Lage auf Kuba ist ohnehin angespannt. Die Regierung steht nicht nur unter wirtschaftlichen Druck, sondern auch unter dem Druck der Bevölkerung.

Die Ankündigung der Freilassung von 51 Häftlingen am vergangenen Donnerstag, die Kuba als Ergebnis von Kontakten mit dem Vatikan darstellte, wirkt angesichts der anhaltenden Krise fast wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Verhandlungen mit Washington könnten lediglich ein taktischer Schachzug sein, um den internen Druck zu reduzieren. Die Bevölkerung Kubas braucht dringend wirtschaftliche Erleichterung – und eine politische Veränderung, die weit über symbolische Gesten hinausgeht.