Leica leitzphone: kamera-experte greift apple und samsung an

Wetzlar – Der traditionsreiche Kamerahersteller Leica erobert mit dem Leitzphone erstmals den Smartphone-Markt. Ein kühner Schachzug gegen etablierte Player wie Apple und Samsung, der die eigene Geschichte neu schreibt.

Leica setzt auf seine stärken: fotografie

Leica setzt auf seine stärken: fotografie

Vor etwa zwanzig Jahren stand das Unternehmen kurz vor dem Ruin, weil der Wandel zur digitalen Fotografie versäumt wurde. Heute schreibt Leica seit vier Jahren Rekordumsätze. Das Leitzphone, gemeinsam mit dem chinesischen Elektronikkonzern Xiaomi produziert, ist ein klarer Beweis für diese Transformation. Der Preis liegt bei rund 2000 Euro.

Im Zentrum des neuen Geräts steht die Kamera. Ein besonders großer Bildsensor soll vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen herausragende Ergebnisse liefern – eine Technologie, die bisher vor allem in professionellen Kameras zu finden war. Die Rückseite des Leitzphones wird von einem großen Metallring dominiert, der als Einstellrad für Zoom und Belichtung dient – eine Hommage an klassische Leica-Modelle.

Auch die Software setzt auf Tradition. Spezielle Filter simulieren den Look legendärer Leica-Kameras wie der M3 oder der M9 und ermöglichen Schwarz-Weiß-Aufnahmen im klassischen Leica-Stil.

„Smartphones sind eine natürliche Erweiterung der Leica-Welt“, erklärt Leica-Chef Matthias Harsch. Früher befürchtete das Unternehmen, dass Handys das Kamerageschäft zerstören würden. Stattdessen eröffnete sich ein neues Kapitel.

Die Produktion des Leitzphones erfolgt auf der Mobilfunkmesse MWC in Barcelona. Das Gerät ist Teil der neuen Xiaomi 17 Serie, die in Europa ab dem 28. Februar erhältlich sein soll. Die Entscheidung, sich im Smartphone-Markt zu positionieren, ist mehr als nur ein Geschäftsfeldwechsel: Sie ist ein Statement. Ein Beweis, dass es auch für Traditionsunternehmen noch Raum für Innovation und neue Wege gibt. Die Kamera bleibt das Herzstück – und die Leica-DNA ist unverkennbar.