Leverkusen: hjulmands abwehr-alarm nach wolfsburg-fiasko
Leverkusen feierte einen 6:3-Sieg gegen Wolfsburg, doch die Freude wird von einer beunruhigenden Erkenntnis getrübt: Die Defensive der Werkself ist weiterhin ein gefundenes Fressen. Nach dem Schlusspfiff ließTrainer Kasper Hjulmand wenig Zweifel an seiner Enttäuschung.
Die balance des offensiv-glanzes
Die Offensive von Bayer Leverkusen brilliert zweifellos – 58 Tore in dieser Saison sprechen eine deutliche Sprache. Doch die Parallele ist ebenso unübersehbar: 39 Gegentreffer sind für ein Team mit ehrgeizigen Zielen in der Bundesliga schlichtweg zu viel. Die vier Punkte Rückstand auf Rang drei und vier unterstreichen die Diskrepanz zwischen Angriffskraft und defensiver Anfälligkeit. Der Sieg gegen Wolfsburg, ein Offensiv-Spektakel, verdeutlichte einmal mehr, dass die Mannschaft von Hjulmand das Potenzial hat, die gegnerischen Abwehrreihen zu zersetzen. Doch die Leckereien in der eigenen Hintermannschaft kosten Leverkusen Punkte und Nerven.
Besonders schmerzhaft waren die ersten drei Gegentore gegen Wolfsburg. Das 0:1 und 1:2 entstanden aus Situationen, in denen Leverkusen selbst den Ball hatte – ein bitterer Fakt, der die mangelnde Konzentration und das fehlende Stellungsbewusstsein in der Abwehrreihe verdeutlicht. Loïc Badé, erst wieder in die Startelf gerückt, und Kapitän Robert Andrich hatten in diesen Momenten keine glückliche Figur abzugeben. Der Elfmeter zum 1:3, verursacht durch einen zu späten Einsteigen von Edmond Tapsoba an Mohammed Amoura, krönte das defensive Desaster.

Hjulmands deutliche worte: „no bullshit“
„Wir müssen die Situationen besser verteidigen – und zwar ‚no Bullshit‘ verteidigen“, forderte Hjulmand unmissverständlich. Seine Worte waren ein Weckruf an seine Schützlinge, die offenbar die Dringlichkeit in entscheidenden Momenten nicht erkennen. Es geht nicht nur darum, den Ball zu erobern, sondern ihn auch sicher zu kontrollieren und die Räume zu schließen. Die Notwendigkeit, die Situationen blitzschnell zu lesen und mit entschlossenen Aktionen zu verteidigen, sei offensichtlich, so der Coach.
Die Reaktion in der zweiten Halbzeit, als Wolfsburg kaum noch gefährlich wurde, zeigte, dass Hjulmands Ansprache Wirkung zeigte. Ibrahim Maza betonte im Klub-TV, dass das Team in der Pause die Notwendigkeit einer deutlichen Leistungssteigerung erkannt habe. „Jeder musste einen Gang hochschalten. Defensiv und offensiv ekliger in den Zweikämpfen und mutiger zwischen den Ketten sein“, so Maza. Die Umstellung funktionierte, doch die Frage bleibt: Wie soll Leverkusen gegen den haushoch überlegenen BVB bestehen, wenn die Abwehr weiterhin so anfällig ist?
Die Aufgabe ist klar: Detaillierte Analysen im Training, intensive Videoarbeit und eine konsequente Auseinandersetzung mit den Fehlern sind unerlässlich. Denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass in der Bundesliga nur die Teams bestehen, die nicht nur offensiv überzeugen, sondern auch defensiv stabil stehen. Die nächste Begegnung gegen Dortmund wird zeigen, ob Leverkusen die notwendigen Schlüsse gezogen hat – oder ob die Abwehr-Alarmglocken weiter laut erklingen werden.
